Testspielsieg für VfL Bochum - und Applaus für Wiemelhausen

Concordia Wiemelhausen und der VfL Bochum vor dem Anpfiff.
Concordia Wiemelhausen und der VfL Bochum vor dem Anpfiff.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Landesligist Concordia Wiemelhausen verkaufte sich beim 0:4 (0:0) gegen Zweitliga-Spitzenreiter VfL Bochum vor gut 1000 Zuschauern prächtig.

Bochum. Ein paar Minuten vor dem Ende wurde es nochmal laut in der Erbstollen-Arena. Falk Klüppel verließ das Feld, seine vermatschten Torwartklamotten zeugten von seinen Taten. Klüppel erhielt Sonderapplaus, als er Platz machte für Holger Pischetsrieder: Jeder Einsatzbereite sollte ja zum Einsatz kommen bei Concordia Wiemelhausen gegen den großen Nachbarn, den Zweitliga-Spitzenreiter VfL Bochum. Wer weiß, ob der Siebtligist mit 0:4 verloren hätte, wenn Trainer Jürgen Heipertz seinen Stamm hätte durchmalochen lassen.

Wiemelhausen jedenfalls durfte sich auf die Schultern klopfen. Gut 1050 Zuschauer hatten eine kompakte, bestens eingestellte, taktisch clevere Mannschaft serviert bekommen. „Ich denke, die Leute haben gesehen, dass wir eine gut organisierte Mannschaft haben, die auch Fußball spielen kann“, sagte Heipertz treffend. Macht Wiemelhausen, nach dem Aufstieg in die Landesliga nach drei klaren Siegen erneut Tabellenführer, so weiter, führt der Weg schnurstracks in die Westfalenliga. So weit will man bei der Concordia zwar (noch) nicht gehen, aber immerhin: „Wir sind sehr zufrieden“, meinte Kai Maschmeier, 2. Vorsitzender, zur Pause.

Gökhan Gül eröffnet den Torreigen

Da stand es noch 0:0. Bis dahin spielte das A-Team der Concordia, die in Durchgang zwei munter durchwechselte und dabei ein wenig die Ordnung verlor. Natürlich: Der VfL begann nicht mit der fünfmal siegreichen Zweitliga-Startelf, war stets dominant und ließ praktisch keine Chance zu. Nach vorne und im Abschluss aber haperte es.

Gertjan Verbeek, der nach einem Wutanfall in Minute 40 die komplette Pause wortlos auf seinem Trainerstühlchen verbrachte, schickte fast die bewährte Viererkette ins Rennen, lediglich Jan Simunek ersetzte Felix Bastians. Simunek war der einzige der gestandenen Reservisten, der überzeugte. Die B-Offensive dagegen enttäuschte komplett. Vor allem Peniel Mlapa auf rechts bekam kein Bein auf den Boden. Im Mittelfeldzentrum zeigte sich, dass sowohl Tobias Weis als auch Thomas Eisfeld noch Rückstand haben. Und im Auge des Sturms vergab der zwar bemühte, aber überaus glücklose Nando Rafael Topchance um Topchance. Neben Rafael (11./19./23.) scheiterte auch Eisfeld zweimal (14./37.).

Die Bochumer A-Offensive machte es besser

Verbeek wechselte bis auf Keeper Riemann komplett durch, und die A-Offensive des VfL machte es besser. Wobei Gökhan Gül, der17-jährige Innenverteidiger, mit einem Kopfball nach einer Ecke den Torreigen eröffnete. Janik Haberer per Kopf nach Flanke von Marco Terrazzino, Onur Bulut nach Vorarbeit von Simon Terodde und Haberer mit dem Schlusspfiff erhöhten noch auf 4:0, während auf der anderen Seite Leo Winkel die einzige echte Chance für Wiemelhausen vergab. Das Ergebnis, sagte der ehrgeizige Ex-Profi Heipertz daher, „war ein bisschen ärgerlich.“

Wiemelhausen: Klüppel (85. Pischetsrieder) - Kerstiens (65. Wozniak), Lenze (70. Schmidt), Kaiser (65. Hammernick), Leone (46. Falatik) - Freitag (62. Impellizzeri), Löhr - Costanzino (46. Vogel), Schreier (64. Farris), Winkel - Kleinschwärzer (46. Kokoschka)

VfL Bochum - 1. Halbzeit: Riemann - Celozzi, Fabian, Simunek, Perthel - Losilla, Weis - Mlapa, Eisfeld, Cwielong - Rafael. 2. Halbzeit: Riemann - Niepsuj, Gül, Cacutalua, Wijnaldum - Gyamerah, Hoogland - Bulut, Haberer, Terrazzino - Terodde

Tore: 0:1 Gül (52.), 0:2 Haberer (70.), 0:3 Bulut (76.), 0:4 Haberer (90.)

Zuschauer: rund 1050

 
 

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