Der VfL Bochum kämpft um den wahren Lohn für wahre Arbeit

Michael Eckardt
Lässt in Bochum mitunter mitreißenden Fußball spielen: VfL-Trainer Gertjan Verbeek.
Lässt in Bochum mitunter mitreißenden Fußball spielen: VfL-Trainer Gertjan Verbeek.
Foto: Imago
Der VfL Bochum hat unter Trainer Gertjan Verbeek zum Teil mitreißenden Fußball gespielt. Gegen Fortuna Düsseldorf soll sich das in Punkten ausdrücken.

Bochum. Schön, teilweise sogar mitreißend haben sie ja gespielt in den letzten Wochen, nur die Belohnung in Form von Punkten ist bisher etwas karg ausgefallen. Im letzten verbliebenen Westderby der 2. Bundesliga versucht der VfL Bochum deshalb am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) bei der Fortuna in Düsseldorf auch das reine Zahlenwerk aufzuhübschen und mit einem Sieg endlich wieder für Bewegung in der Tabelle zu sorgen. Gehen soll es – natürlich – nach oben.

Viel hat Gertjan Verbeek geändert, seit er in Bochum angeheuert hat. Der Niederländer treibt seine Mannen stets nach vorne, will den Gegner dominieren, das Spiel bestimmen. Die beiden Heimauftritte gegen Braunschweig und den FSV Frankfurt waren mit den insgesamt elf Toren regelrechte Spektakel, die Zuschauer waren begeistert – trotz der fünf Gegentreffer.

Bereits der Jahresauftakt in Berlin zeigte, wo künftig die Reise hingehen soll für den VfL. Lange kontrollierten die Bochumer die Partie, brachten sich erst nach dem Seitenwechsel durch Flüchtigkeitsfehler um den verdienten Lohn. Nun steht also das zweite Auswärtsspiel an unter Verbeek, der bereits vor einer Woche betont hatte, dass die Mannschaft seine Art, ein Spiel zu bestreiten, immer mehr verinnerliche. Nur eines hasst der Mann, der in Bochum mit attraktivem Fußball das Ruder herumreißen soll: „Was ich nicht mag, ist, dass man Dinge macht, die nicht abgesprochen sind. Dann werde ich ärgerlich.“

Sestak rückt für den gesperrten Eisfeld ins Team

Das sagte Gertjan Verbeek nach dem 3:2-Erfolg gegen Braunschweig, das ist eine Maxime seiner Arbeit und wird sicher auch für den Auftritt in der Landeshauptstadt gelten. „Wenn wir unseren Plan nicht verfolgen, dann geht es nicht“, hat Verbeek noch gesagt. Aus diesem Plan gefallen ist momentan sozusagen der gesperrte Thomas Eisfeld, den Stanislav Sestak ersetzen wird. Die im Winter aus England gekommene Leihgabe des FC Fulham hat bislang im Bochumer Mittelfeld einen hervorragenden Eindruck gemacht und sich auf Anhieb eingefügt. Sestak wird sich strecken müssen, will er ähnlich viel Einfluss auf das Spiel des VfL nehmen wie Eisfeld. Zudem kehrt Patrick Fabian wieder auf seinen Platz in der Innenverteidigung zurück. Erfreulich für den VfL: Gerade füllen sich die in den vergangenen Wochen stark gelichteten Reihen der Bochumer allmählich wieder, jedenfalls was die Offensive betrifft.

Welchen Plan die Fortuna verfolgt, kann man sich gut vorstellen. Der 2:1-Erfolg in Heidenheim hat nach der Ablösung von Oliver Reck für ein wenig Ruhe im Umfeld und in den Gremien gesorgt, Interimstrainer Taskin Aksoy – mehr ist der U-23-Coach ja offiziell noch nicht – wird sich mit weiteren positiven Ergebnissen entsprechend positionieren wollen. Zumal ihm der Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer, Dirk Kall, bereits Hoffnungen gemacht hat: „Wir haben mehrere Kandidaten, aber natürlich ist auch Aksoy eine Alternative.“

Jedenfalls darf sich das Publikum auf eine interessante Auseinandersetzung freuen. Beide Trainer bevorzugen die Offensive, qualitativ liegen die Teams nicht so weit auseinander, auch wenn die Tabelle ein anderes Bild malt. Aber das will der VfL ja Stück für Stück ändern.