Beim VfL Bochum glaubt man an den einen großen Sieg über den FC Bayern München

Kapitän Christoph Dabrowski (Mitte) hat als einziger Bochumer bereits einmal die Bayern im Pokal besiegt: 1999 im Finale mit Werder Bremen.Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
Kapitän Christoph Dabrowski (Mitte) hat als einziger Bochumer bereits einmal die Bayern im Pokal besiegt: 1999 im Finale mit Werder Bremen.Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
Foto: Bongarts/Getty Images
Mit „Mut und einer Portion Frechheit“ will der VfL Bochum an diesem Dienstag (19 Uhr) die Partie angehen - gegen den übermächtigen FC Bayern im Pokal-Achtelfinale. Der Einsatz von Faton Toski ist noch fraglich.

Bochum.. Von „Mut“ und „Glauben“ ist viel die Rede beim VfL Bochum vor dem Pokal-Hit gegen den FC Bayern an diesem Dienstag (19 Uhr) im mit 29 229 Zuschauern seit Wochen ausverkauften rewirpower-Stadion - ohne den Blick fürs Realistische zu verlieren. „Wenn wir 100 Mal gegen die Bayern spielen, verlieren wir 99 Mal“, mutmaßt Trainer Andreas Bergmann - doch immer, das ist seine Philosophie, müsse man alles daran setzen, dieses „eine Mal“ in diesem „einen Spiel“ zu schaffen.

Heute. Vielleicht. Bergmann sagt: „Wichtig ist, dass man den Glauben daran hat, etwas Außergewöhnliches leisten zu können.“ Das wolle er den Spielern nahe bringen, Punkt. Viel mehr Worte werden wohl kaum nötig sein. „Es ist doch für jeden ein unglaubliches Erlebnis, gegen solche Weltklasse-Spieler zu spielen“, sagt der Trainer. „Jeder soll diese Chance nutzen, an seine Grenzen zu gehen. Wir wollen mit Lust, Mut und einer Portion Frechheit da reingehen.“

Bergmann ist clever

Bergmann ist clever genug, die Rückfall-Option, die Gefahr des Scheiterns in seine „Ankündigungen“ gleich mit einzubauen. Man wolle keinesfalls nur tief stehen und defensiv agieren wie zuletzt Köln in München, sagt er, doch wenn die Bayern „mit ihrer Weltklasse-Offensive losrennen wie die Wilden, dann könnte es trotzdem so aussehen“. Grundsätzlich aber soll sein Team, so die zumindest in der 2. Liga zuletzt bewährte Ausrichtung, „versuchen, auch den Sechzehner der Bayern zu sehen.“

Innenverteidiger Marcel Maltritz, der gegen Typen wie Gomez, Ribery, Robben im Gegensatz zu den meisten Kollegen immerhin schon des öfteren gespielt hat, sieht das ähnlich: Lieber wolle er „mit fliegenden Fahnen untergehen“, als sich „hinterher den Vorwurf zu machen, es nicht versucht zu haben“.

Vorteil VfL

Und Kapitän Christoph Dabrowski sieht sogar eine Parallele zu seinem größten Bayern-Sieg: Im Pokalfinale 1999 gewann er mit Werder Bremen, damals gegen den Abstieg kämpfend, gegen Matthäus, Effenberg und Co. 6:5 nach Elfmeterschießen das Pokalfinale. Eine gewisse „Lockerheit“ und immense „Vorfreude“ habe damals geherrscht, so der Routinier, der als 20-Jähriger ebenso in der Startelf stand wie Jens Todt, heute VfL-Vorstand.

Tatsächlich könnte die Rolle des Underdogs ein kleiner Vorteil für Bochum sein. Bergmann: „Die Erwartungshaltung ist eine ganz andere als in den Zweitliga-Spielen. Wir können befreit aufspielen.“

Toski fraglich

Fraglich war am Montag allerdings noch, ob Faton Toski mitspielen kann. Der als Linksverteidiger zuletzt überzeugende 24-Jährige klagt über Adduktorenprobleme. Toski konnte das Abschluss-Training zwar mitmachen, seine Einsatzchance wurde aber „nur“ auf „70:30“ beziffert. Sollte er ausfallen, würde wohl - wie nach Toskis Auswechslung in Frankfurt - Björn Kopplin seinen Part übernehmen und Slawo Freier rechts verteidigen. Matthias Ostrzolek würde in den Kader, aber nicht in die Startelf rücken. Ansonsten gibt es keine Änderungen.

 
 

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