Schock für Schalkes „Oberfan“ Rojek

DerWesten
Rolf Rojek
Rolf Rojek

Gelsenkirchen. Das ist ein Schock für die Fanszene des FC Schalke 04: Rolf Rojek soll nicht mehr Fanbeauftragter der Schalker sein. Der „Oberfan“ ist seit 1988 im Amt.

Die Fanszene ist des FC Schalke 04 ist besorgt: Rolf Rojek - seit 1988 im Amt - soll nicht mehr Fanbeauftragter des Vereins sein, wie der Schalker Fanclub-Verband (SFCV) in einer Pressemitteilung schreibt. Das habe der Schalker Pressesprecher Rolf Dittrich dem SFCV einem Telefongespräch mitgeteilt. „Ausschlaggebend dafür sei, so Dittrich, eine (neue) Regelung bei der DFL“, heißt es in dem Schreiben des Verbands. Der reagierte überraschte: „Eben diese Regelungen wurden gerade in Kooperation mit den Fanbeauftragten – und somit auch denen des S04 – erarbeitet.“

Dittrich teilte dem SFCV zudem mit - so der Verband - dass Rojek „keine Kritik in den Medien am Verein äußern solle.“ Zum Abschluss des Gespräches bat Dittrich nach Verbandsangaben den SFCV-Vorstand darum, einen geeigneten Nachfolger für das Amt des Fanbeauftragten zu benennen. Dieser wäre dann ab sofort auch direkt beim S04 angestellt und solle zukünftig die Interessen und Meinungen des Vereines vertreten.

„Massiver und grundloser Angriff“

Der SFCV betrachtet diese Entscheidung als „einen massiven und grundlosen Angriff auf die jahrzehntelang gewachsenen, homogenen, intakten und durchaus manchmal auch kritischen Strukturen der gesamten Schalker Fanszene.“ Differenzen zwischen Rojek und Schalke-Chef Felix Magath habe es nicht gegeben. RevierSport schreibt hingegen: „Als Grund gilt das zerrüttete Verhältnis zwischen Schalke-Chef Felix Magath und Rojek. Seit der von den Mitgliedern verweigerten Satzungsänderung bei der Jahreshauptversammlung, die dem S04-Trainer und -Manager die Abwicklung von Transfergeschäften erleichtern sollte, wird der SFCV vom Verein bei der Organisation von Veranstaltungen - zum Beispiel im Rahmen der Trainingslager - außen vorgelassen. Magath scheint hinter Rojek den Drahtzieher des Mitgliedervotums vom 10. Mai zu vermuten; die Macht, die das S04-Aufsichtsratsmitglied mit der gewaltigen Fanschar im Rücken hat, ist dem Vorstandssprecher wohl ein Dorn im Auge.“

Das Amt des Fanbeauftragten ist nach SFCV-Auskunft nicht automatisch an den Posten des Aufsichtsrates gekoppelt und somit nicht zwangsläufig identisch mit dem Sitz des Vertreters des SFCV im S04-Aufsichtsrat.