Schalkes U 17 schenkt Borussia Dortmund den Pokal

Andree Hagel
Riesen-Enttäuschung in Ückendorf: Schalkes Tom Sindermann kann das Unglück kaum fassen, während die Dortmunder hinter ihm feiern.
Riesen-Enttäuschung in Ückendorf: Schalkes Tom Sindermann kann das Unglück kaum fassen, während die Dortmunder hinter ihm feiern.
Foto: WAZ FotoPool
Die Königsblauen U17-Junioren führen im Westfalenpokal-Finale gegen den BVB mit 1:0 und in der Verlängerung mit 2:1, müssen sich aber mit 2:3 beugen. Trainer Christian Wörns ärgert sich über den Jubel nach dem 2:1. „Wenn du 2:1 führst, brauchst du nicht in die Ecke zu rennen und zu feiern.“

Ückendorf. Es lief die 16. Minute der Verlängerung, als Oliver Dings einen Klasse-Pass in die Gasse spielte, Fabian Reese dann an Dominik Reimann vorbeizog und den Ball mit letzter Kraft ins Netz beförderte. 2:1 für den FC Schalke 04. Riesen-Jubel in Ückendorf. Der Westfalenpokal aber ging an die B-Junioren von Borussia Dortmund, die in der vorletzten sowie letzten Minute trafen und mit 3:2 (1:1, 0:1) gewannen. „Wenn du 2:1 führst, brauchst du nicht in die Ecke zu rennen und zu feiern“, ärgerte sich Trainer Christian Wörns über die Jubelszenen seiner Spieler. „Das lenkt ab. Du musst voll fokussiert sein und das Ding vernünftig zu Ende spielen.“

Das Dilemma der Schalker U 17 hatte vor 530 Zuschauern aber schon viel eher begonnen – während der regulären Spielzeit noch. In der 75. Minute, um genau zu sein. Nachdem Esad Morina mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Mohamad Darwish für das 1:0 und einen Traumstart nach nicht einmal 180 Sekunden gesorgt hatte, passierte nicht sonderlich viel. Sieht man einmal davon ab, dass Leroy Sané, der mit seinen U-19-Kollegen auf der Tribüne saß, einige Autogramme schreiben musste. Aber dann. „Ein Standard“, stöhnte Christian Wörns. „Da musst du besser verteidigen.“ Taten die Schalker aber nicht. Und so hatte Dortmunds Hayrullah Alici keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz mit dem Außenrist an Schalkes bis dahin fast arbeitslosem Torwart Leon Brüggemeier vorbeizulegen.

Hayrullah Alici gelingt das Dortmunder 3:2 in der letzten Minute

Es hatte ein bisschen den Anschein gehabt, als hätte das Wörns-Team um diesen Treffer gebettelt. Zu häufig fehlte nicht nur die Präzision, sondern auch die Präsenz. Obwohl der Schalker Trainer meinte, dass seine Mannschaft sehr viel investiert habe. „Dortmund hatte die bessere Spielanlage, das war das Problem“, erklärte der 66-malige Nationalspieler. „Wir hatten nicht den richtigen Zugriff und Schwierigkeiten, die Bälle zu halten.“

Dennoch klappte es in der Verlängerung, und der Treffer zum 2:1, nach dem zum Ärger seines Trainers auch Leon Brüggemeier über den ganzen Rasen geeilt war, war es eigentlich wert, ausgiebig gefeiert zu werden. Doch es waren noch vier Minuten. Mindestens. Und als das Spiel vorbei war, regte sich Christian Wörns auch gar nicht darüber auf, ob der Elfmeter für den BVB, den dessen marokkanischer Kapitän Mohamed El-Bouazzati verwandelte, einer war oder nicht. Viel mehr wurmte den 42-Jährige das dämliche dritte Tor, das dem Westdeutschen Meister gelungen war. Nachdem sich Mohamad Darwish nicht zum ersten Mal in des Gegners Hälfte verdribbelt hatte, schalteten die Dortmunder schnell um, Jonas Arweiler passte Hayrullah Alici den Ball in den Lauf, und der türkische U-17-Nationalspieler ließ Leon Brüggemeier keine Chance.

Kurz danach pfiff Schiedsrichter Florian Exner aus Beelen ab. Während Schalkes Paul Stieber wütend war und laut schimpfte, sanken die meisten seiner Teamkollegen enttäuscht auf den Rasen – und es flossen auch ein paar Tränen, während die Dortmunder „Die Nummer eins im Pott sind wir!“ trällerten.

  • FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:3 n. V. (1:1, 1:0)
  • Tore: 1:0 Esad Morina (3.), 1:1 Hayrullah Alici (75.), 2:1 Fabian Reese (96.), 2:2 Mohamed El-Bouazzati (99., Foulelfmeter), 2:3 Hayrullah Alici (100.).
  • FC Schalke 04: Brüggemeier - Neumann, Bitter, Schley, Stühmeier - Olczyk (71. Sindermann), Stieber - Reese, Darwish - Skrzecz (41. Reinert), Morina (80. Dings).