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Schalke kämpft um bessere Note für das Leistungszentrum

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Für sein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) erhielt der FC Schalke 04 bisher schlechte Noten – und damit wenig Fördergelder. Nun wird das NLZ nachzertifiziert. Selbst Manager Horst Heldt musste für ein Interview zur Verfügung stehen.

Gelsenkirchen. 

Mesut Özil und Manuel Neuer gehören zu den weltbesten Fußballspielern – und stammen aus der Jugend des FC Schalke 04. In der aktuellen Schalker Bundesligamannschaft gibt es viele, viele Talente aus dem eigenen Nachwuchs, zum Beispiel Julian Draxler, Benedikt Höwedes, Joel Matip und Ralf Fährmann. Doch trotzdem erhielt Schalke für sein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) vom DFL-Partner Footpass bei der regelmäßigen Zertifizierung bisher schlechte Noten. Von diesen Noten sind Fördergelder abhängig.

Die belgische Agentur Footpass vergibt für jeden einzelnen Profiverein mit einem Leistungszentrum Sterne. Dieses Sternesystem setzt sich aus vielen kleinen Punkten zusammen. Für Interviews bereitstehen müssen zum Beispiel Mitglieder der Nachwuchsabteilung – aber auch ein Aufsichtsrats-Mitglied und Manager Horst Heldt. Außerdem gibt es Punkte für die Infrastruktur, Anzahl der Fußballlehrer in der Leistungsabteilung, Betreuung durch Sportpsychologen, Ausstattung der Umkleidekabinen, eine Vereinsphilosophie und, und, und.

Minuspunkt Infrastruktur

Vieles davon erfüllte Schalke zuletzt nicht. Ein großer Minuspunkt auf Schalke ist die nicht zeitgemäße Infrastruktur auf dem Vereinsgelände, das keine Spielstätte für den Leistungsbereich von der U17 bis zur U23 bieten kann. Während die A- und B-Junioren ihre Heimspiele auf der Sportanlage der Gesamtschule Ückendorf im Süden Gelsenkirchens austragen, spielt die zweite Mannschaft in der Regionalliga in der Wanne-Eickeler Mondpalast-Arena. Beide Plätze sind jeweils etwa zehn Kilometer vom Schalker Vereinsgelände entfernt, während die alt ehrwürdige wie traditionsreiche Glückauf-Kampfbahn im Herzen des Stadtteils Schalke von den S04-Nachwuchsteams nicht genutzt werden kann.

Das ist aber nur ein Grund für die schlechte Bewertung. Die genaue Note verriet Heldt zwar nicht, aber die Bestnote war’s ganz bestimmt nicht. Schalke bat um eine Nachzertifizierung – normalerweise kommt Footpass laut Heldt „nur alle zwei, drei Jahre“. Einige Entscheidungen der Schalker sind nun noch besser nachzuvollziehen. Zum Beispiel der Trainerwechsel bei der U23 im Sommer. Michael Boris war „nur“ Inhaber der A-Lizenz, Bernhard Trares ist Fußballlehrer. Das war ein entscheidender Grund. Zudem nimmt Schalke seit Beginn der Saison wieder an der ETT-Nachwuchsrunde (European Talents Tournament) teil und trifft dort auf Mannschaften aus Belgien (Charleroi, Lüttich) und Deutschland (Mönchengladbach, Bochum) sowie auf die U21 aus Luxemburg. Zur ETT-Mannschaft gehören Spieler von der U17 bis zur U23. Auf die ETT-Runde hatte Felix Magath anscheinend keinen Wert gelegt.

Label „Knappenschmiede“ eingeführt

Außerdem haben die Königsblauen ihrem Nachwuchs außerdem gerade das Label „Knappenschmiede“ verpasst, um ihrem Anspruch, immer wieder kommende Bundesligaspieler auszubilden, gerechter werden zu können. „Die Knappenschmiede mit ihren Spielern, Mitarbeitern und Mannschaften trägt diesem Ziel Rechnung und leistet einen erheblichen Beitrag für die bestmögliche Identifikation der Fans und Mitglieder mit dem FC Schalke 04“, heißt es unter anderem im Konzept, das auf der Homepage der Schalker nachzulesen ist. Unter der Führung von Felix Magath stand noch nichts auf der Internetseite. „Das wollte der damalige Kommunikationschef nicht“, sagte Heldt und grinste danach. Es war ein Seitenhieb gegen den früheren Pressechef Rolf Dittrich. Außerdem erneuern die Schalker für rund 13 Millionen Euro ihr Vereinsgelände. Das neue Stadion mit einem Fassungsvermögen für bis zu 10.000 Zuschauer wird die Heimat der U23- und der Junioren-Bundesliga-Mannschaft.

Kein Geld für Champions-League-Vereine

Mit diesen Änderungen will Schalke in der Footpass-Wertung steigen. „Bisher ist das für mich nicht zufriedenstellend. Wir wollen das dringend verbessern“, sagte Manager Horst Heldt, der mit dem VfB Stuttgart immer die höchste Kategorie erreichte. Natürlich geht es dabei auch um die Fördergelder. Allerdings bekommen Vereine, die sich für die Champions League qualifiziert haben, diese Gelder nicht…

Und dort, sagt Horst Heldt, gebe es immer noch wesentlich mehr zu verdienen.