Der S04 war sein Sprungbrett: HSV-Boss Bruchhagen ist seit 27 Jahren Schalke-Mitglied

Heribert Bruchhagen 1991 als Manager des FC Schalke 04.
Heribert Bruchhagen 1991 als Manager des FC Schalke 04.
Foto: imago

Hamburg. Für Heribert Bruchhagen könnte der vorletzte Spieltag in der Fußball-Bundesliga am Wochenende kaum emotionaler sein. Als Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV zittert der 68-Jährige um den Klassenerhalt. Und ausgerechnet gegen Schalke 04, wo Bruchhagen seit 27 Jahren Vereinsmitglied ist und drei Jahre Manager war, müssen dringend Punkte her.

„Klar ist man nach der ganzen Zeit noch Schalker“, sagt Bruchhagen, „ich werde Samstag viele bekannte Gesichter treffen. Mit Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies bin ich befreundet. Finanzvorstand Peter Peters kenne ich seit Jahrzehnten.“ Doch Punkte aus Freundschaft darf Bruchhagen für den HSV trotzdem nicht erwarten.

Bruchhagen spekuliert darauf, „dass die Launenhaftigkeit von Schalke 04 eine Chance für uns ist. Man wünscht sich, dass die Königsblauen gegen uns ihr zweites Gesicht zeigen. Und wir auch. Aber das Positive.“ Zuletzt enttäuschte der HSV allerdings komplett.

Heribert Bruchhagen: „Ich bin ein alter Fuzzy“

Aus den Partien gegen Darmstadt (1:2), Augsburg (0:4) und Mainz (0:0) sprang nur ein magerer Zähler heraus. Die Situation für die Hanseaten hat sich erheblich verschärft.

Bruchhagen gibt sich trotzdem kämpferisch: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in der Bundesliga bleiben.“ Bruchhagens Karriere ist eng mit seiner Zeit auf Schalke verknüpft. Von 1989 bis 1992 lenkte er als Manager die Geschicke der Königsblauen. „Der damalige Präsident Günter Eichberg hat mich gefragt, ob ich Manager werden will. Mich hat das damals wie der Blitz aus heiterem Himmel getroffen, nachdem ich zuvor sechs Jahre Trainer in Gütersloh war.“

Bruchhagen wagte den Schritt und nutzte Schalke als Sprungbrett. Bruchhagen schaffte es bis ins Präsidium der DFL. Doch sein Weg auf Schalke begann äußerst steinig. „Ich war gerade drei Wochen da, als ich ein Zitat von Mannschaftsbetreuer Charly Neumann lesen musste. Er meinte: Wo kommt der her? Aus Harsewinkel? Die haben eine fünfstellige Postleitzahl. Der erlebt den ersten Schnee auf Schalke nicht.“

Heute lacht Bruchhagen darüber: „Charly war hinterher sogar ein Freund von mir.“ Aus dem einstigen Manager-Neuling ist ein Funktionär im Rentenalter geworden. „Ich bin ein alter Fuzzy“, sagt Bruchhagen mit einem Lächeln. Spätestens nach der Relegation will er wieder lachen. Und zwar entspannt.

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