Horst Heldt: Dieser Schalke-Moment war der emotionalste Augenblick meiner Karriere

Andreas Berten
An seinen emotionalen Abschied aus Gelsenkirchen denkt Horst Heldt bis heute.
An seinen emotionalen Abschied aus Gelsenkirchen denkt Horst Heldt bis heute.
Schalkes Ex-Manager kehrt am Wochenende mit Hannover 96 erstmals nach Gelsenkirchen zurück. Mit seinem Wirken ist er durchaus zufrieden.

Hannover. Den letzten Spieltag der Bundesligasaison 2015/2016 wird Horst Heldt nie mehr vergessen. Schalke 04 spielte bei der TSG Hoffenheim, machte mit einem 4:1-Sieg Platz fünf und die damit verbundene Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation klar.

Die Mannschaft ließ sich in der Kurve von den Fans feiern, und sie holte Heldt zu sich, der nach sechs Jahren bei S04 nicht mit in die neue Spielzeit gehen würde. Für den langjährigen Manager ein „Moment der Wahrhaftigkeit, das Kapitel Schalke ist endgültig vorbei“, erzählt Heldt der Sportbild.

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„Die Verabschiedung der Schalker Fans war der emotionalste Moment in meiner Manager-Karriere. Es war die größte Anerkennung, die ich je bekommen habe, weil alles authentisch war.“

Inzwischen trägt der 48-Jährige die sportliche Verantwortung bei Hannover 96, und mit den Niedersachsen kommt Heldt am Sonntag (18 Uhr/live im Ticker) zum ersten Mal in offizieller Funktion bei einem Konkurrenten zurück nach Gelsenkirchen.

Heldt: „Natürlich hat es mit Tönnies mal geknallt“

Obwohl S04-Boss Clemens Tönnies damals schon Heldts Ablösung durch Christian Heidel vorbereitete, während der Manager noch im Amt war, hat die Freundschaft zum mächtigen Aufsichtsrats-Chef weiterhin Bestand: „Natürlich gab es damals den Moment, wo es zwischen uns beiden in Anführungszeichen geknallt hat“, erzählt Heldt nun.

„Wir pflegen eine große Freundschaft, worauf wir beide großen Wert legen. Das macht man nicht, wenn man im Groll auseinandergegangen ist.“ Auch wenn die letzten Wochen sicherlich nicht schönsten waren, „habe ich Clemens Tönnies auch ganz viel zu verdanken.

Es gab viele Momente, in denen er zu mir gestanden hat, er war ein verlässlicher Partner.“ Heldt blickt auch deshalb versöhnlich zurück, weil er mit sich und seiner Arbeit bei den Königsblauen im Reinen ist: „Ich habe immer gesagt: Ich will aufrecht antreten, ich will aber auch aufrecht abtreten. Das habe ich geschafft, darauf bin ich stolz.“

Mit Platz fünf sei das letzte sportliche Ziel erreicht worden, und trotz wirtschaftlicher Zwänge sei auch in diesem Aufgabenbereich erfolgreich gearbeitet worden: „Mein Auftrag war: die Verbindlichkeiten abzubauen, die Jugendarbeit zu fördern und den größtmöglichen sportlichen Erfolg zu erreichen – was uns mehr als gelang. Die Knappenschmiede wurde aufgebaut, sie hat in Europa einen erstklassigen Ruf. Die Schulden wurden reduziert. Und jedes Jahr erreichte Schalke das internationale Geschäft, dreimal die Champions League. Dabei lautete es im Fünfjahresplan, sich mindestens dreimal für Europa zu qualifizieren.“

Neben Horst Heldt gibt es am Sonntag noch einen zweiten Rückkehrer: André Breitenreiter, in Heldts letzter Saison auf Schalke Trainer und inzwischen wieder Wegbegleiter in Hannover.

Wie der Empfang für ihn wohl werden wird? Heldt: „Unter ihm gelang Schalke der beste Saisonstart aller Zeiten, Schalke wurde am Ende Fünfter, auch die Spielweise war toll. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass André nicht toll empfangen wird.“