Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Harit und Mendyl aus Marokko-Kader geflogen – das steckt dahinter

Aus dem Kader Marokkos gestrichen: Offensivspieler Amine Harit vom FC Schalke 04.
Aus dem Kader Marokkos gestrichen: Offensivspieler Amine Harit vom FC Schalke 04.
Foto: imago

Gelsenkirchen. Die Schalker Amine Harit (21) und Hamza Mendyl (20) kegelten sich bei Marokkos 3:0-Sieg im Afrika-Cup-Qualifikationsspiel gegen Malawi selbst aus dem 18er-Kader. Marokkos Trainer Hervé Renard erklärte seine Maßnahme so: „Es gab eine disziplinarische Sanktion.“

Offensivspieler Harit und Linksverteidiger Mendyl hatten offensichtlich Probleme, pünktlich zur Trainingseinheit zu erscheinen. Vor sechs Tagen schaute Schalkes Trainer Domenico Tedesco leicht angesäuert drein. Seinerzeit kam Harit zusammen mit Mendyl auf den Trainingsplatz gespurtet, während sich die anderen S04-Spieler bereits zur Arbeitsaufnahme in der Platz-Mitte versammelt hatten.

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Marokkos Nationaltrainer Renard setzt ein Signal

Nun passierte Harit und Mendyl ein ähnliches Missgeschick auch im Kreise der Nationalmannschafts-Kollegen. Marokkos Trainer Hervé Renard schob erklärend zu seiner Maßnahme nach: „Wenn wir in einer Gruppe arbeiten, dann muss man Zeiten respektieren. Und man muss andere Dinge respektieren.“ Schalkes Manager Christian Heidel sah es nicht so eng: „Sie haben die Abfahrtszeit zum Training falsch verstanden, nichts Dramatisches. Aber Pünktlichkeit und Disziplin gehören nunmal dazu“, so Heidel gegenüber Bild.

Durch das Streichen von Harit und Mendyl aus dem 18er-Kader wollte Marokkos Nationaltrainer auch ein Signal nach außen setzen: Haltet euch an die Regeln! Renard: „Wenn es Sanktionen gegen einen Spieler gibt, dann mache ich das, um ein Exempel für den Rest der Gruppe zu statuieren.“

Im Juni sah die Welt für Amine Harit noch anders aus. In Russland feierte der Techniker im Gruppenspiel gegen den Iran sein Weltmeisterschafts-Debüt und wurde trotz der Niederlage von den Experten zum „Spieler des Spiels“ gewählt. Nach dem Vorrunden-Aus mit Marokko folgte der Schock: Harit verursachte während des Sommer-Urlaubs in Marrakesch mit seinem Auto einen Verkehrs-Unfall mit Todesfolge. Das Gericht verurteilte Harit anschließend zu einer viermonatigen Bewährung.

Harit kehrte nach verlängertem Urlaub zu Schalke 04 zurück und wurde mit viel Fingerspitzengefühl und etlichen Gesprächen wieder aufgebaut. In der aktuellen Bundesliga-Saison kam der Dampfmacher zu einem 58-minütigen Einsatz gegen Wolfsburg (1:2) und zu einem Joker-Einsatz über 17 Minuten gegen Hertha BSC Berlin (0:2).

 
 

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