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Fußballgrößen erweisen Rolf Rüssmann die letzte Ehre

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Foto: AP

Gelsenkirchen. Rolf Rüssmann ist auf dem Gelsenkirchener Altstadtfriedhof beigesetzt worden. Mehr als 1000 Gäste, darunter eine Vielzahl von Fußballgrößen, erwiesen „Rolli“ die letzte Ehre.

Nein, Klaus Fischer musste sich seiner Tränen nicht schämen. Der einstige Mittelstürmer von Schalke 04 ging mit der königsblauen Vereinsfahne vorneweg, als Rolf Rüssmann Freitag in Gelsenkirchen zu Grabe getragen wurde. Es war ein bewegender Abschied von einem der ganz Großen des Ruhrgebiets-Fußballs. Für Klaus Fischer war Rolf Rüssmann nicht nur ein früherer Mitspieler und treuer Weggefährte, sondern er war über fast 40 Jahre auch dessen bester Freund.

Viel mehr als nur ein früherer Nationalspieler

Dass Rolf Rüssmann für den deutschen Fußball viel mehr als nur ein früherer Nationalspieler war, zeigte noch einmal die Trauerfeier auf dem Altstadtfriedhof. Dr. Reinhard Rauball, der Präsident der Deutschen Fußball-Liga, war ebenso gekommen wie ungezählte andere Liga-Größen. So zum Beispiel Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner, Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Thomas Ernst, Horst Heldt, Heribert Bruchhagen, Michael Meier, Rainer Calmund, Dieter Hoeneß, Max Eberl, Zvonimir Soldo oder Peter Neururer.

Bei Schalke trauerten Präsident Josef Schnusenberg und Geschäftsführer Peter Peters wie die früheren Vorstandskollegen Rudi Assauer, Andreas Müller und Gerd Rehberg. Und natürlich ganz, ganz viele ehemalige Mitspieler von Rolf Rüssmann wie die Kremers-Zwillinge Helmut und Erwin, Rüdiger Abramczik, Klaus Fichtel, Jürgen Sobieray oder Bernard Dietz. Dazu Siggi Held, Bernd Hölzenbein, Willi Schulz, Rainer Bonhof, Toni Schumacher, Olaf Thon, Michael Lameck, Mike Büskens, Gerd Zewe, Heinz van Haaren, Bernd Krauss oder Reinhard Saftig. Die Kapelle auf dem Altstadtfriedhof war viel zu klein für die über 1000 Gäste, darunter auch viele Fußball-Anhänger; die Trauerreden mussten nach draußen übertragen werden.

„Rolli“ ist immer ein Mann des Volkes geblieben

„Mit einem Lächeln im Gesicht“, so hieß es in einer der Reden, werde man an Rolf Rüssmann zurückdenken, wenn sich eines Tages die größte Trauer über den Verlust gelegt haben wird. Denn Rolf Rüssmann war ein Mensch, der keinen Wunsch abschlagen konnte, der nie seine Herkunft aus ganz einfachen Verhältnissen in Schwelm vergessen hat, und der immer ein Mann des Volkes geblieben ist.

„Ein großer Sportler, der wie kein anderer für den Ruhrgebietsfußball stand“, hatte zuvor Liga-Chef und BVB-Präsident Dr. Rauball gewürdigt.

„Der Opa spielt jetzt im Himmel Fußball“

Am Freitag vor einer Woche war Rolf Rüssmann einem Krebsleiden erlegen – am kommenden Dienstag wäre er 59 Jahre alt geworden. Er hinterließ Ehefrau Eva, die Töchter Nina und Laura sowie seine ein Jahr alte Enkelin Greta. An die Familie gerichtet, sagte Pfarrer Günther bei der Trauerfeier gestern: Wenn die Enkelin eines Tages fragen wird, wo der Opa ist, dann solle man sagen „der Opa spielt jetzt im Himmel Fußball“.

Der Himmel über Gelsenkirchen: Er war Freitag ganz in blau. Tschüss Rolli, mach’ s gut.