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Das ist unser Kommentator für das RWE-Spiel gegen Uerdingen

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Stadion Essen: Neuer Name Foto: VON BORN, Ulrich/ WAZ FotoPool
WAZ, RevierSport und die Sparkasse Essen zeigen Freitagabend das Fußball-Regionalliga-Spiel zwischen Rot-Weiss Essen und KFC Uerdingen im Livestream. Richard Röhrhoff wird die Partie kommentieren – im Interview spricht er vorher über diese Herausforderung.

Essen. 

Erstmals wird ein Spiel von Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen live im Internet übertragen. Wenn KFC Uerdingen am Freitagabend (19.30 Uhr) im Stadion Essen gastiert, sitzt Richard Röhrhoff auf der Tribüne und kommentiert das Spiel. Röhrhoff ist freiberuflicher Fußballreporter, der unter anderem für Radio Essen arbeitet.

Warum sollten die RWE-Fans am Freitagabend den Live-Stream einschalten anstatt ins Stadion zu gehen?

Richard Röhrhoff: Das müssen sie gar nicht. Die Fans können ins Stadion gehen und gleichzeitig den Live-Stream auf ihrem Handy angucken. Oder sie gehen ins Stadion und die Familie guckt den Livestream. Dann können sich am Ende alle super darüber unterhalten.

Was dürfen die Fans von Ihnen erwarten?

Röhrhoff: Manni Breuckmann sagt ja immer: ’Ist das Spiel schlecht, ist auch der Reporter schlecht.’ Da kannst du gar nichts machen. Ist das Spiel geil, ist der Reporter egal. Wir wollen als Team versuchen, das Spiel ehrlich zu begleiten, einfach richtig gutes ‚Infotainment’ bieten, nah am Zuschauer. Ich bin kein Selbstbeweihräucherungstyp wie die Fernseh-Heinis, die sich selbst inszenieren wollen.

RWE gegen KFC Uerdingen – ein Traditionsduell. Was erwarten Sie vom Spiel?

Röhrhoff: Rot-Weiss hat im Moment große Probleme. Ich hoffe, dass die Mannschaft spielerisch zulegt. Ich glaube, dass die Uerdinger extrem aggressiv spielen werden. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass wir ein sehr temporeiches und interessantes Spiel sehen werden. Ich würde mir wünschen, dass am Ende ein rot-weißer Sieg dabei herausspringt.

RWE-Fan?

Röhrhoff: Als gebürtiger Mönchengladbacher hängt mein Herz natürlich auch an meinem „Geburtsverein“. Als ich nach Essen kam, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, Rot-Weiss-Fan zu sein. Dann bin ich über die Arbeit an RWE rangekommen und tatsächlich auch Vereinsmitglied geworden. Ich rege mich darüber viel zu sehr auf. Ich muss aufpassen, dass ich aufgrund meiner Liebe zu dem Verein die Distanz behalte. Der Vorteil ist: Ich muss mich nicht mehr mit RWE beschäftigen als sonst, sondern nur mit Uerdingen. Das ist eine Herausforderung, weil ich mich auch an die Technik gewöhnen muss. Ich übe schon ein bisschen, zum Beispiel wenn ich im Auto sitze.

Weil sie eigentlich vom Radio kommen.

Röhrhoff: Ja, absolut. Ich habe das, was Freitag kommt, noch nie gemacht. Ich bin aber schon 18 Jahre im Business und kenne mich auch mit Filmen aus. Mir fehlt nur die Live-Situation. Aber mich kann man nachts um zwölf mit drei Promille wecken und ein Fußballspiel kommentieren lassen – ich habe das im Blut.

Das klingt ein bisschen nach Improvisieren.

Röhrhoff: Beim Radio musst du aber auf den Punkt da sein und einfach mal vier Minuten durch die Bank wie ein Wasserfall labern. Jetzt muss ich mich eher bremsen. Die Leute sehen selber, was passiert. Daher muss ich das Spielgeschehen nur begleiten. Auf der anderen Seite darf ich die Leute auf keinen Fall aufregen oder nerven, so wie Marcel Reif zum Beispiel. Ich will einfach ein netter Begleiter sein. Das Tolle bei einer Fernsehübertragung ist, dass ich auch einfach mal die Klappe halten kann.