Der BVB geht einen anderen Weg als die Bayern - und ist trotzdem erfolgreich

Peter Müller
Sie kennen und sie schätzen sich aus gemeinsamer Mainzer Zeit: Jürgen Klopp (links) und Manuel Friedrich.
Sie kennen und sie schätzen sich aus gemeinsamer Mainzer Zeit: Jürgen Klopp (links) und Manuel Friedrich.
Foto: dpa
Weil der BVB in der Breite des Aufgebots eher auf Talente als auf teure Alternativen setzt, hat er jetzt ein Innenverteidiger-Problem. Das will er eventuell mit dem derzeit vereinslosen Routinier Manuel Friedrich lösen. Ein Kommentar.

Dortmund. Nur, um das vorab klarzustellen: Es gibt nichts zu meckern über den Fußballer Manuel Friedrich. Der Mann hat jahrelang seine Qualitäten nachgewiesen, neunmal in der Nationalmannschaft spielt man nicht mit Holzfüßen.

Bis zum Sommer hatte er in Leverkusen unter Vertrag gestanden, zuletzt hielt er sich beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen fit. Im Januar wollte er seine Karriere in Thailands Hauptstadt Bangkok fortsetzen, jetzt aber kann er unerwartet auf die höchste Niveauplattform zurückspringen: Borussia Dortmund sucht in der Not einen Ersatz für den schwer verletzten Innenverteidiger Neven Subotic. Und prüft nun, ob der schon 34-jährige Manuel Friedrich körperlich noch die Dreikampf-Strapazen aushalten könnte.

Diese Personalie dokumentiert deutlich den Unterschied zum FC Bayern. Der hat gerade Bastian Schweinsteiger für einige Wochen verloren, Alarmglocken aber sind nicht zu vernehmen. Schließlich ist ja Javi Martinez zurückgekehrt, und Thiago trainiert auch schon wieder mit. Weil der BVB nicht mehr wie früher auf Pump leben will, setzt er in Reihe zwei ganz bewusst auf hoffnungsvolle Talente. Dass er trotzdem nach wie vor ein ernster Konkurrent für die Bayern ist, kann gar nicht hoch genug bewertet werden.