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Bühne frei für die Heavy-Metal-Band von BVB-Trainer Jürgen Klopp

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Foto: imago
Jürgen Klopp verdeutlichte die Unterschiede zwischen sich und seinem Trainer-Kollegen Arsene Wenger auf musikalische Weise: „Arsenal ist wie ein Orchester. Aber es spielt ein leises Lied. Ich mag eher Heavy Metal“, sagte der BVB-Trainer vor dem Champions-League-Duell in Dortmund. Wir wissen, wer bei den Borussen welches Instrument spielt.

Dortmund. 

Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, hat es gesagt: „Arsenal ist wie ein Orchester. Aber es spielt ein leises Lied. Ich mag eher Heavy Metal.“ Damit wollte er die Unterschiede zwischen sich und dem feingeistigen Trainer-Kollegen Arsene Wenger deutlich machen und keineswegs die kämpferischen Qualitäten des Gegners herabwürdigen. Aber Klopp liebt es laut. Und mit Wucht. So spielt seine Mannschaft. Vermutlich auch heute Abend (20.45 Uhr/live im ZDF und in unserem Ticker), wenn seine Profis in der Champions League den nächsten großen Auftritt gegen London haben. Vorhang auf, Bühne frei für Klopps Band. Nur: Wer spielt welches Instrument? Wir wissen es.

Mats Hummels, der verhinderte Frontmann

Der 24-Jährige geht voran. An seiner erstaunlichen Bühnenpräsenz können sich die Kollegen aufrichten. Er gibt keinen Auftritt verloren und führt die Truppe nur in eine Richtung: Mit röhrendem Druck nach vorn. Doch: Dem Frontmann macht der Oberschenkel zu schaffen, er fehlt seit Tagen bei der Probe und fällt am Mittwochabend „zu 97,5 Prozent“ (Klopp) aus. Für ihn dürfte der stimm- und trittgewaltige griechische Kollege Sokratis auf der Bühne stehen, der seine Qualitäten auch schon nachgewiesen hat. Kein Hafensänger also.

An der Gitarre: Marco Reus

Auch er ist Teil dieses Ensembles, auch er spielt so, dass Takt und Gesinnung mit dem der Kollegen harmonieren. Natürlich. Aber in ihm schlummert ein begnadeter Einzel-Künstler, einer, für dessen Alleingänge sich das Eintrittsgeld manchmal schon allein zu zahlen lohnt. Seine erstaunlichen Soli sind in Präzision und Dynamik eine Seltenheit in Europa. In der Vergangenheit wirkte der Künstler allerdings manchmal so, als wolle er seine Fähigkeiten nicht an allen Tagen allen präsentieren. Aber diese Launen scheint sich der Star, der derzeit zuverlässig und effektvoll mitverteidigt, vorerst abgewöhnt zu haben.

Am Schlagzeug: Sven Bender

Der Mann im Hintergrund trommelt stets mit wütenden Schritten unermüdlich über den Platz und verleiht dem BVB damit seinen Klang nach Kraft und Draufgängertum. Im Hinspiel stahl er mit seinem dröhnenden Einsatz sogar Londons Erster Geige, Mesut Özil, die Schau. Das dürfte auch heute der Schlüssel zu einem gelungenen schwarz-gelben Abend sein. Sein Crash-Becken (das gibt’s wirklich beim Schlagzeug) ist auf alles vorbereitet.

Am Bass: Nuri Sahin

Gestochen scharf spielt der Deutsch-Türke seinen Part bei derzeit fast jedem Dortmunder Auftritt. Stark im Timing und gefühlvoll im entscheidenden Augenblick ist er mit seiner Routine derjenige, der den Rhythmus signifikant mitprägt und dem Spiel die entscheidende Tiefe verleiht.

Spezial-Effekte

Die sind teuer, weiß jeder. Henrikh Mkhitaryan war auch teuer. 25 Millionen Euro kostete der Armenier und nach und nach liefert er immer mehr von seinem Können zwischen Kreativität und Spektakel. Sein 70-Meter-Sprint im Derby zum 3:1 und der darauf folgende Treffer bei Arsenal London waren für die BVB-Fans schön wie meterhohe Feuersäulen.

Die Roadies

Sie sind eigentlich die wichtigsten Männer. Männer wie Neven Subotic, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz. Männer, die durch ihre harte körperliche Arbeit meist abseits des hellen Rampenlichts dafür sorgen, dass die Stars glänzen können und so die bemerkenswerte Tournee des BVB über den Kontinent erst möglich machen.

Die Tontechniker

Was nützt es, wenn alle brillant ihre Instrumente bedienen, aber der Klang beim Publikum mies ankommt? Genau: nichts. Deswegen sind die Torschützen vom Dienst, Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang, sowie Torwart Roman Weidenfeller so wichtig. Sie mischen das Verhältnis von Höhen (Tore) und Tiefen (Gegentore) so gekonnt ab, dass am Ende das Ergebnis stimmt – und die Fans zufrieden sind. Im Hinspiel (2:1) funktionierte das gut. Und nun?