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Borussia Dortmund: Zorc wird auf PK mit kuriosen Fragen konfrontiert – BVB-Sportdirektor fällt vom Glauben ab

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Michael Zorc ist seit mehr als 40 Jahren bei Borussia Dortmund an Bord. Foto: imago/Christian Schroedter

Dortmund. 

Die Pressekonferenzen bei Borussia Dortmund laufen normalerweise nach einem etablierten Muster ab: Die anwesenden Journalisten stellen Fragen zur personellen Lage beim BVB, zum kommenden Gegner oder zum aktuellen Geschehen rund um den Verein. Trainer Lucien Favre sowie Sportdirektor Michael Zorc antworten sachlich und konzentriert.

Bei der PK vor dem anstehenden Ligaspiel von Borussia Dortmund gegen Hannover 96 ging’s am Donnerstag allerdings für einen kurzen Moment drunter und drüber. Im Plenum meldete sich ein Herr zu Wort, der seinem starken Dialekt zufolge eindeutig aus Bayern kommen muss.

Sein Auftraggeber sei ein Mitarbeiter des katarischen TV-Senders „beIN Sports“, ließ er wissen. So weit, so ungewöhnlich. Dann stellte er zwei äußerst kuriose Fragen und bescherte der Veranstaltung einen Slapstick-Moment.

Borussia Dortmund: „Zwei Fragen an Herrn Zorc…“

„Zwei Fragen an Herrn Zorc“, leitete er seine Ausführungen ein: „Frage Nummer eins: Die interne Entscheidung, keine BVB-Stars an die Bayern ziehen zu lassen, ist erst ein paar Tage alt. Können Sie noch mal kurz erklären, wie es zu diesem Sinneswandel gekommen ist?“

Favre, Zorc und Pressesprecher Sascha Fligge schauten ungläubig drein. Der BVB-Sportdirektor musste nachfragen: „Welche Entscheidung, bitte?“

„Dass Sie keine BVB-Stars zum FC Bayern ziehen lassen“, so der Vertreter des katarischen TV-Senders.

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Zorc ungläubig: „Tut mir leid“

Zorc konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. „Ich kenne diese Entscheidung nicht, tut mir leid“, sagte der 56-Jährige: „Da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.“

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Pressesprecher Fligge griff ein: „Ich kenne nur einen Medienbericht, in dem das so stand. Möglicherweise basiert die Frage auf diesem Medienbericht. Das muss aber nicht stimmen. Mir ist eine solche Entscheidung nicht bekannt.“

Zorc augenzwinkernd: „In der Regel kann der Spieler dann auch noch mitentscheiden, zu welchem Verein er wechselt. So kenne ich das in Deutschland.“

Reporter legte nach

Auch unter den anderen anwesenden Journalisten konnte sich der eine oder andere ein Lächeln nicht verkneifen. Aber damit noch nicht genug. Der Herr legte gleich nach: „Gibt es auch andere nationale Konkurrenten wie Leipzig oder Schalke, wenn die jetzt immer stärker werden?“

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Nachdem diese Worte seine Lippen verlassen hatten, war es erst einmal für mehrere Sekunden still. Wie alle anderen Anwesenden wartete wohl auch Zorc darauf, dass da noch was kommt.

Aber Pustekuchen! Der Mitarbeiter von „beIN Sports“ wollte tatsächlich vom Sportdirektor von Borussia Dortmund wissen, ob Leipzig oder Schalke eine Konkurrenz für den BVB darstellen. Zorcs lakonische Antwort: „Ja, die sind gut.“

Erneut Gelächter! Zorc weiter: „Tut mir leid, aber mit den Fragen kann ich nicht viel anfangen.“

„Aber bitte mit Niveau“

Fligge schaute sich schnell in der Gruppe der anwesenden Journalisten um und war froh, als ein Sky-Kollege per Handzeichen signalisierte, dass er die nächste Frage stellen möchte. „Aber mit deutlicher Niveausteigerung bitte“, so Zorc lachend.

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Der Reporter des Pay-TV-Senders kam dem Wunsch des Ur-Dortmunder nach und fragte, wie es bei den Spielern aussieht, die beim BVB vor einem Abgang stehen. Auch Zorc bewegte sich dann wieder in einem seriösen Tonfall und meinte: „Wir befinden uns in dem einen oder anderen Fall in Gesprächen, in einem Fall sogar in konkreten Gesprächen. Aber es ist nichts, was heute zu vermelden wäre.“ (dh)