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Auflösung von „0231 Riot“! Warum die Dortmunder Hooligan-Gruppe so gefährlich war

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Ein BVB-Fan mit einer Sturm-Haube, die das Hooligan-H zeigt, das Markenzeichen von "0231 Riot". Foto: imago/Team 2
  • Die Gruppe „0231 Riot“ löste sich auf
  • Die Dortmunder Hooligans fielen in den vergangenen Jahren durch erschreckende Brutalität auf
  • Mit ihrer Auflösung entgingen sie einem drohenden Verbotsverfahren

Dortmund. 

Verein, Fans und eine ganze Stadt atmeten ein wenig auf: Am Dienstag gab die gefürchtete Hooligan-Gruppierung „0231 Riot“ ihre Auflösung bekannt (hier alle Details zur aufsehenerregenden Auflösung). Die Truppe trieb im Umfeld von Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren ihr Unwesen.

Wie ein Kenner der Dortmunder Fanszene „Reviersport“ verriet, bestand die Gruppe aus knapp 100 Mitgliedern. Diese kamen aus anderen Ultra-Gruppen des BVB (vornehmlich „Desperados“) sowie von extern. Die Mitglieder einte eine große Lust auf Gewalt, Randale und Kokain.

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Ambitionierte Kampfsportler

In einer Dortmunder Kampfsporthalle hielten sie sich fit. Führende Mitglieder der aufgelösten Gruppe sind ambitionierte Mixed-Martial-Arts-Kämpfer mit besten Kontakten in internationale Kampfsport- und Hooligan-Szenen.

Die Gruppe wollte das Gewaltmonopol in der Dortmunder Fanszene an sich reißen und sich gegen den offenen antirassistischen Kurs des BVB auflehnen.

Einer der vielen schrecklichen Vorfälle rund um die Gruppierung ereignete sich auf dem Weg zum Pokalfinale 2016. Im Zug nach Berlin stimmten 20 bis 30 Leute aus der Gruppe antisemitische Lieder an, hatte ein Augenzeuge im Gespräch mit „Vice“ damals berichtet.

Gruppe griff BVB-Fans an

Die Gruppe griff immer wieder gegnerische und auch BVB-Fans an. Speziell bei Auswärtsfahrten im Europapokal wurden BVB-Anhänger regelmäßig von der Gruppe aufgemischt. Weder die einzelnen attackierten Fans noch die anderen großen Ultra-Gruppen wehrten sich gegen „0231 Riot“. Aus Angst!

Auch dem Verein und der Polizei waren im Kampf gegen die Gruppierung lange die Hände gebunden. Ein unrühmlicher Höhepunkt war ein Graffiti an der Pferderennbahn in Dortmund-Wambel im März: „Aki Watzke aus der Traum… bald liegst du im Kofferraum!“ Daneben der Schriftzug „0231 Riot“ (hier das Bild und die ganze erschütternde Geschichte).

Und auch Daniel Lörcher wurde als Fanbeauftragter des BVB von der Gruppe auf Plakaten massiv bedroht.

„0231 Riot“ kam Verbotsverfahren zuvor

Erneut auffällig wurde „0231 Riot“ als 88 vermeintliche Mitglieder auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 von der Polizei gestoppt wurden. Die Beamten hatten Pyrotechnik, Sturmhauben und Kampfsporthandschuhe sichergestellt. Daraufhin gab es einige Stadionverbote vom DFB (hier die erschreckenden Details).

Anschließend erhöhten Verein, Verband und Politik die Bemühungen, um die Gruppe aus dem Verkehr zu ziehen. So gab es im Mai Wohnungsdurchsuchungen bei vier Personen, die der Gruppe nahe stehen sollen (hier die Einzelheiten zu der großen Razzia).

Mit der Auflösung ist die Gruppe einem drohenden Vereinsverbotsverfahren zuvorgekommen.

(dhe)