3. Platz, Frank-Michael Wahl: Potti war ein Superstar der DDR

Foto: Bongarts/Getty Images

Frank-Michael Wahl ist Deutschlands Rekord-Nationalspieler.

Sie nennen ihn Potti. Wegen des Hausnamens. Der Mann heißt Wahl, der gewagte Quergedanke war zwar orthografisch unkorrekt, aber offenbar nicht zu verhindern: Pott-Wahl. Deshalb Potti.

Frank-Michael Wahl: Ein 1,90 Meter großer Modellathlet, der den Torhütern die Bälle so präzise wie hart um die Ohren pfefferte. Mit seinem Sportgerät hätte er auch aus 30 Metern einen Stier erlegen können.

Der Rostocker galt als „Mister Handball” in der DDR, in seiner Heimatstadt wird er bis heute verehrt. Schließlich trug er 17 Jahre lang das Trikot des SC Empor. Höhepunkt seiner Karriere war der Olympiasieg 1980 in Moskau, als das DDR-Team im Finale die Auswahl der UdSSR mit 23:22 nach Verlängerung schlug. „Völlig überraschend”, betont Frank-Michael Wahl noch heute.

Zu einer Zeit, als sich Ost und West noch kritisch beäugten, gelang ihm nach der Wiedervereinigung überraschend leicht der Übergang in die gesamtdeutsche Nationalmannschaft. Mit insgesamt 344 Länderspielen ist er Deutschlands Rekord-Nationalspieler.

Als Frank-Michael Wahl 1993 seine Karriere in Hameln ausklingen ließ, würdigte der Deutsche Handball-Bund das sportliche Werk des heute 53-Jährigen gebührend: Er wurde zum ersten Ehrenspielführer der Nationalmannschaft ernannt.

1985 wollte ihn der FC Barcelona verpflichten, auch im Handball eine ganz große Nummer. Wahl hätte dort steinreich werden können – wenn ihm die DDR-Offiziellen diese Offerte nicht jahrelang verschwiegen hätten.

 
 

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