Reparieren statt wegwerfen

Wer sich ehrenamtlich engagieren will, der kann sich erste Infos beim Ehrenamtscheck von WestLotto holen. Marius arbeitet beispielsweise bei der AWO Begegnungsstätte in Bottrop Eigen und repariert Laptops und andere technische Geräte.
Wer sich ehrenamtlich engagieren will, der kann sich erste Infos beim Ehrenamtscheck von WestLotto holen. Marius arbeitet beispielsweise bei der AWO Begegnungsstätte in Bottrop Eigen und repariert Laptops und andere technische Geräte.
Foto: Andrea Bowinkelmann
Ehrenamtliche bringen in Bottrop Eigen technische Geräte wieder ans Laufen. Ein nachhaltiges Ehrenamt, das für viele Menschen Gold wert ist.

Bottrop.. Klick. Nichts passiert. Klick. Konzentriert tippt Marius Storp (28) weiter auf der Tastatur des schwarzen Laptops herum und kneift die Augen dabei etwas zusammen. Klick. Plötzlich strahlt er den älteren Herren vor ihm an. „Ich glaube, ich habe das Problem gefunden.“

Reparieren statt wegwerfen – das ist die Überzeugung des Informatikstudenten. Im Reparatur-Café in der AWO Begegnungsstätte in Bottrop Eigen schraubt und werkelt er gemeinsam mit anderen Freiwilligen einmal im Monat an Stereoanlagen, Uhren, Staubsaugern oder auch Drucker und Computer – eben allem, was mit ein paar Tricks und Kniffen wieder funktionstüchtig gemacht werden kann. „Mir macht es einfach Spaß, wenn ich ein Problem lösen und anderen Menschen dadurch helfen kann“, sagt Marius.

Vom Hobby zum Engagement

Der Bottroper war einer der ersten der mittlerweile 18 Reparateure, die sich für das Projekt der AWO engagiert haben. Ein Kommilitone machte ihn vor drei Jahren auf eine Zeitungsanzeige aufmerksam, in der Helfer gesucht wurden. „In meiner Freizeit habe ich schon immer an Computern und Geräten von Freunden rumgebastelt, deshalb fand ich die Idee klasse, das auch für andere zu machen, die vielleicht nicht auf solche Unterstützung zurückgreifen können.“

Aus einem Hobby wurde so ein nachhaltiges Ehrenamt, das für viele Menschen Gold wert ist. Denn nicht jeder kann es sich finanziell leisten, defekte Geräte sofort zu ersetzen. Und gut für die Umwelt ist es auch. Gemeinsam mit AWO-Quartiersmanagerin Ute Beese und der Initiatorin des Reparatur-Cafés, Heike Puchenberg, bauten Marius und sein Kommilitone das Angebot auf. „Besonders toll war es, als die Bude so rappelvoll war, dass die Leute schon eine Stunde vorher Schlange standen“, erinnert sich der Student an die Anfänge. „Da haben wir gespürt, dass der Bedarf groß ist.“ Rappelvoll ist es noch immer jeden Monat – lange, bevor sich die Türen öffnen.

Kaffee und Kuchen beim Warten

Etwa 30 bis 40 Menschen kann das Reparaturteam pro Abend helfen. Möglichst niemand soll umsonst gekommen sein. Das kann zwar manchmal etwas dauern, aber die Wartenden nehmen es gelassen. In der Zwischenzeit können sie sich bei kostenlosem Kaffee und Kuchen unterhalten oder in der Tausch-Ecke nach gut erhaltenen Büchern, Werkzeugen oder Geschirr stöbern. Auch hier unterstützen freiwillige Helferinnen mit Selbstgebackenem und einem offenen Ohr. Viele der Besucher kommen regelmäßig – eben auch wegen der netten Gesellschaft und der Gespräche. In den Reparaturprozess werden sie ebenfalls einbezogen. Wenn möglich, sollen sie das Problem beim nächsten Mal alleine lösen können.

Mit wenig Aufwand viel bewegen

„Wir versuchen gemeinsam, Lösungen zu finden. Deshalb ist es wichtig, dass man gerne mit anderen Menschen zusammenarbeitet und sich auf verschiedene Situationen einstellen kann.“, erklärt der Informatiker. Technisches Verständnis und Geduld seien aber natürlich die Grundlage. „Am meisten Spaß macht es, im Team an einem Problem zu tüfteln, bis man die Lösung gefunden hat. Es ist schön, zu sehen, wie sich Menschen freuen, wenn ein Gerät wieder funktioniert. Gleichzeitig lerne ich bei jeder Reparatur immer wieder etwas Neues dazu.“

Jeder der freiwilligen Helfer im Reparatur-Café hat ein Spezialgebiet: Einige widmen sich am liebsten handwerklichen Aufgaben; ein Reparateur hat sich auf Uhrwerke spezialisiert, wieder andere kümmern sich am liebsten um PC-Probleme – wie Marius.

Etwa drei bis vier Stunden pro Monat investiert er für Organisation und Reparaturen. „Man kann auch mit wenig Zeitaufwand etwas bewegen“, sagt er. „Deshalb sehe ich keinen Grund, sich nicht zu engagieren.“ Einen Tipp für diejenigen, die sich einbringen möchten, hat er auch: „Am besten erst mal schlaumachen und überlegen, wie man sein Hobby sinnvoll einsetzen kann. Dann kann man am besten helfen, denn es ist wichtig, dass man mit Spaß bei der Sache ist.“

Infokasten: Marius ist „Der Macher“

Marius aus dem Reparatur-Café ist jemand der anpackt. Das ist auch das Ergebnis des Ehrenamt-Checks von WestLotto. Nach Beantwortung weniger Fragen zu Interessen, Wünschen und Eigenschaften steht fest: Marius ist Captain Active – „der Macher“. Dieser Heldentyp übernimmt Verantwortung, möchte Menschen helfen und hat Aufgaben gerne erledigt. „Das passt“, meint er. Er selbst beschreibt sich als neugierig, hilfsbereit, habe Spaß am Tüfteln und könne gut organisieren. Das Reparatur-Café passt also perfekt zu ihm.

www.ehrenamtcheck.de

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