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Fußball-WM in der Wüste: Was Katar-Reisende wissen müssen

Fußball-WM in der Wüste: Was Katar-Reisende wissen müssen

Doha Wüste WM-Land Katar
Strandleben in Doha: Baden im persischen Golf mit Blick auf die Skyline. Foto: Arne Bänsch/dpa-tmn
Ob Fußball-Fan oder «normaler» Tourist: Wir beantworten wichtige Fragen rund um den Besuch in dem Wüsten-Emirat.

Doha/Berlin. 

Zur Fußball-Weltmeisterschaft (20. November bis 18. Dezember) werden auch viele Deutsche nach Katar reisen. Das bringt Fragen mit sich – zur Einreise, zur Unterbringung, zu den Regeln und Gewohnheiten vor Ort und dazu, was man abseits der WM-Partien im Land so erleben kann. Ein kurzer Überblick:

Was ist bei der Einreise nach Katar wichtig?

Formal benötigen Touristen aus Deutschland nur einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass. Ein kostenloses Visum-Waiver gibt es bei der Ankunft am Flughafen in Katar. Damit darf man bis zu 90 Tage im Land bleiben.

Reisende sollten sich rechtzeitig mit den Corona-Einreiseformalitäten auseinandersetzen. Auch vollständig Geimpfte müssen einen negativen Test vorweisen. Das kann ein vorher durchgeführter PCR-Test sein, der maximal 48 Stunden alt ist. Oder man macht innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft einen Schnelltest in einer zugelassenen Klinik.

Außerdem muss man sich vor der Reise online unter ehteraz.gov.qa registrieren. Freiwillig ist das nur für vollständig Geimpfte oder Genesene mit der CovPass-App, doch auch ihnen legen die katarischen Behörden die Einreiseanmeldung nahe. Als genesen gilt, wer innerhalb der vergangenen zwölf Monate nachweislich Corona durchgemacht hat.

Wichtig für nicht oder nicht vollständig Geimpfte: Sie müssen sich bereits mindestens drei Tage vor Abflug auf der Plattform anmelden. Nach der Einreise müssen sich dann für fünf Tage in Hotelquarantäne begeben. Alle Regeln im Detail lassen sich im Internet in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes nachlesen.

War das alles? Spoiler: nein!

Nicht ganz. Alle Einreisenden müssen «Ehteraz», die katarische Corona-Tracking-App, auf ihre Smartphones laden und aktivieren. Dafür benötigt man laut dem Auswärtigen Amt eine internationale Sim-Karte, die auch in Katar eine mobile Internetnutzung möglich macht – oder man kauft, etwa am Airport, eine katarische Sim-Karte.

Für die App musst das Smartphone demnach mindestens das Betriebssystem Android 6 oder iOS 13.5 haben.

Wie heiß ist es in Katar im November und Dezember?

Die WM wurde nicht ohne Grund erstmals in der Turniergeschichte in den frühen Winter verlegt. Im Sommer steigen die Temperaturen in dem Wüstenemirat auf bis zu 50 Grad. Da ist es im November und Dezember doch wesentlich milder mit Tagestemperaturen von 25 bis 30 Grad.

Was gilt in Katar mit Blick auf Kleidung?

Kleidungsvorschriften, etwa das Tragen eines Kopftuches, gelten für Ausländerinnen in Katar nicht. Sie können ihre normale Kleidung tragen, wenngleich vielleicht nicht ganz so freizügig – das Auswärtige Amt rät zu etwas Zurückhaltung.

Welche Regeln in Katar sollten einem noch bewusst sein?

Auch wenn Katar im Vergleich zum Nachbarland Saudi-Arabien als geradezu liberal durchgehen darf: Es ist eein konservatives Land mit einem durch islamische Moralvorstellungen geprägtem Recht. Das heißt unter anderem, dass man mit dem Austausch von Zärtlichkeiten, die in der islamischen Welt in den privaten Raum gehören, in der Öffentlichkeit höchst zurückhaltend sein sollte.

Homosexualität ist laut Gesetz verboten, gleiches gilt für nicht-ehelichen Geschlechtsverkehr. Laut der Tourismusbehörde wird jedoch kein Hotel nach einer Heiratsurkunde fragen. Die Reisen gelten als Privatsache.

Immer wieder gibt es Berichte und Vorwürfe, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) in Katar diskriminiert würden. Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte mit Blick auf die WM beschwichtigt – bei der Weltmeisterschaft würden alle Gäste willkommen geheißen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.

Kann ich in Katar Alkohol trinken?

Bier und Fußball, das gehört für viele Fans zusammen. In Katar ist der Ausschank von Alkohol stark eingeschränkt – in erster Linie auf Bars und Restaurants bestimmter Hotels.

Das Auswärtige Amt stellt klar: Trunkenheit und der Konsum von Alkohol sind in der Öffentlichkeit verboten, ebenso wie die Einfuhr von Alkohol ins Land. Um Alkohol zu trinken, muss man in Katar mindestens 21 Jahre alt sein.

Rund um die WM vom 20. November bis 18. Dezember gibt es aber Ausnahmen. In den Fanzonen darf Alkohol getrunken werden, auch wenn möglicherweise nicht überall alkoholische Getränke ausschenkt werden, wie es von der Tourismusbehörde heißt.

Bei den Partien selbst gibt es zudem wahrscheinlich im direkten Umkreis der Stadien einen Bierausschank. Auf den Tribünen im Stadion wird voraussichtlich kein alkoholhaltiges Bier erlaubt sein.

Wie sieht es mit den Übernachtungsmöglichkeiten aus?

Für Inhaber eines WM-Spiel-Tickets gibt es ein zentrales Buchungsportal mit Zugriff auf Hotels verschiedener Preisklassen, Apartments und Ferienhäusern sowie Fandörfern («Fan Villages») mit zeltähnlichen Unterkünften und Bungalows. Außerdem ankern Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Hotels.

Nach Angaben der Tourismusbehörde werden die Preise zentral überwacht. Das soll Wucherpreise für Unterkünfte, wie man sie bei anderen Turnieren teilweise erlebt hat, verhindern.

Im Allgemeinen ist das Hotelangebot auf Doha konzentriert und nach Angaben des Auswärtiges Amtes außerhalb der Hauptstadt minimal.

Was bietet Katar touristisch?

Auch hier spielt sich vieles in und um Doha ab – das gilt nicht nur für die WM, bei der sieben der acht Austragungsorte in der Hauptstadt oder einer der direkt angrenzenden Städte liegen, und die achte Spielstätte in Al-Chaur auch nur 50 Kilometer entfernt ist.

In Doha gibt es, ähnlich wie in anderen Golf-Metropolen wie Dubai, eine Mischung aus Gigantismus, etwa in Form der künstlich angelegten Insel «The Pearl», spektakulärer Museen und Orten voller Tradition wie dem Basar Suk Wakif.

Im Süden bieten zahlreiche Veranstalter Fahrten mit dem Quad oder Geländewagen durch die Wüste an. Beliebt sind auch Ausflüge zum Chaur al-Udaid, einem Binnenmeer im Süden, an der Grenze zu Saudi-Arabien.

Im Nordosten, eine Autostunde von Doha entfernt, gibt es an der Küste Mangrovenwälder, durch die man Paddelausflüge unternehmen kann. Im Nordwesten steht mit dem Fort Al-Subarah eine Unesco-Weltkulturerbestätte.

Wie kommt man in Katar als Tourist voran?

In Doha gibt es ein U-Bahn-Netz aus drei Linien. Eine der Metros verbindet den Hamad-Airport mit der Innenstadt. Reguläre Buslinien sind laut Auswärtigem Amt unzuverlässig und seien nicht zu empfehlen. Sonst seien die Transportmittel der Wahl in erster Linie Taxis, Limousinen-Service oder Mietwagen.

Wie sicher ist Katar?

Die Kriminalitätsrate ist gering, es ist ein sicheres Land. Vorsicht ist beim Autofahren geboten. Dort, wo es die Straßen zulassen, wird oft sehr schnell und vielfach riskant gefahren, schreibt das Auswärtige Amt. Die Folge: viele Unfälle. (dpa)