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Die dänische Nordseeküste ist ein wahres Hundeparadies

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Wenn Familie Blum in den Urlaub fährt, soll es auch Dalmatiner-Dame Paula an nichts fehlen. In diesem Jahr verbrachten die Camping-Freunde ihre Ferien zum ersten Mal in einem Ferienhaus an der dänischen Norseeküste. Und die entpuppte sich – trotz umstrittenem Hundegesetz – als wahres Hundeparadies.

Paula ist lammfromm. Schon mit ihrer Grundfarbe weckt die Dalmatiner-Dame Assoziationen an ein Schäfchen. Ihr Charakter aber ist es vor allem, der sie zu einer liebenswerten Gesellin macht. Freundlich. Friedfertig. Schmusig. Verspielt. Kein Wunder, dass dieses sanfte Wesen für André und Mandy Blum neben Sohnemann Lasse die erste Geige im Leben spielt.

Das gilt erst recht für den Urlaub. Ohne Paula geht für die Hamburger Familie gar nichts – der Hund muss mit dabei sein und es wie zu Hause haben. Normalerweise sind die passionierten Camper deshalb stets per Wohnmobil unterwegs; jetzt haben sie erstmals eine Ausnahme gemacht und sich für ein Ferienhaus an der dänischen Nordseeküste entschieden.

Ihr von zwei Seiten durch mannshohe Hecken vor dem Wind geschütztes Holzhaus steht in Bjerregard, inmitten einer weitläufig in den Dünen verstreuten Ferienhaussiedlung. Diese wiederum liegt in Mitteljütland auf Holmsland Klit. Einer 35 Kilometer langen Dünenneh-rung, die an ihren schmalsten Stellen gerade mal ein paar Hundert Meter breit ist und die wilde Nordsee vom flachen Ringkøbing-Fjord trennt.

Die Küste, die gleich hinter Sylt mit der Ferieninsel Rømø beginnt und erst 500 Kilometer weiter in Skagen endet, wo sich Nord- und Ostsee küssen, besteht im Wesentlichen aus einer endlosen Kette von Sandstränden, Dünen und Heidelandschaften. Kein Wunder also, dass auf dieser unendlichen Spielwiese Hunde aller Größen und Temperamente gern zu Gange sind: Dackel und Pudel, Collies und Boxer, Schnauzer und Schäferhunde, Labradore und Bernhardiner.

Alle Wünsche erfüllt

Auch Dünen und Strand von Bjerregard erfüllen folglich alle Wünsche der Blums für ihre Paula. Hier kann sie ihre Ohren im Wind fliegen lassen und nach Herzenslust auf dem landebahnbreiten Geläuf herumtollen. Hier holt sie sich nasse Pfoten, wenn mal wieder eine Nordseewelle Mensch und Tier auf dem falschen Fuß erwischt. Und hier trifft sie manch andere neugierige Fellnase.

Doch was tun, wenn Wind ums Haus pfeift und Regen aufs Dach trommelt? Wenn man nicht mal den Hund vor die Tür jagen würde, geschweige denn den eigenen Liebling. „Davon lassen wir uns doch nicht den Tag vermasseln“, grinst André Blum, dreht die Heizung auf Anschlag und wirft zusätzlich ein paar dicke Scheite in den Ofen. „Gerade bei miesem Wetter fühlt man sich hier wie in Abrahams Schoß.“

Und während sich Vater und Sohn im rustikal-gemütlichen Wohnzimmer eine Schlacht am Kickertisch liefern, liegt nicht etwa Mandy vor dem bollernden Ofen, sondern Paula. „Paula muss sich wohlfühlen, dann geht’s auch uns gut. Und umgekehrt“, erläutert derweil Mandy ihr Hunde-Credo. Dazu gehöre neben der auslauffreundlichen Gegend mit mög-lichst viel Natur vor allem ein pflegeleichtes Haus. Mit glatten Fußböden, mit Ledersofa und auf gar keinen Fall mit Teppichen, denn: „Paula haart nicht nur, sie nadelt richtig.“

Eine Woche Urlaub mit Hund – da bleibt auch viel Zeit für Ausflüge in die Umgebung. Zumal die Vierbeiner sogar zu manchen Attraktionen Zutritt haben – kostenlos. In Søndervig etwa, dem quirligen Ferienhauszentrum am Meer, staunen jedes Jahr Tausende Besucher Bauklötze über die überdimensionalen Skulpturen, die kreative Magier aus aller Welt aus einem so flüchtigen Material wie Sand zu zaubern verstehen.

Unbebaute Dünenlandschaft

Seit gut zehn Jahren gibt es diese fantastische Welt mit ihrem Prachtstück – einer 200 Meter langen und sieben Meter hohen Skulpturenwand. Jedes Jahr wird sie zu einem anderen Thema neu erschaffen. Die Körner des Spezialsandes sind übrigens so miteinander verzahnt, dass die Mega-Skulpturen ohne Imprägnierung eine ganze Saison unter freiem Himmel halten und dabei selbst heftigsten Regenschauern trotzen.

Weiter Richtung Norden. Schon kurz hinter Søndervig nimmt die Ferienhausdichte spürbar ab. Schon nach fünf Minuten Fahrt ist man allein mit endlosen, vollkommen unbebauten Dünenlandschaften, die mal wie grüne Wellenkämme und -täler aufgeworfen sind, mal wie putzige Hobbithügel ausschauen. Dazu alle paar Kilometer ein Parkplatz und von dort jeweils nur einen Steinwurf durch die Dünen zum Strand.

Dass bei allem Spaß und Spiel keine Regeln missachtet werden, dafür sorgen Mandy und André Blum als vorbildliche Hundebesitzer mit geradezu penibler Akkuratesse. Wo es erlaubt ist, darf Paula ihren natürlichen Trieben nachgehen, wo Disziplin und Rücksicht gefordert ist, kommt sie sofort an die Leine. Natürlich ist auch ein Tütchen nicht nur immer dabei, es wird auch benutzt.

Frischer Fisch zum Abendbrot

Nächste Station der Tagestour: Thorsminde. Ein Ort mit knapp 400 Seelen, aber heiß und innig geliebt von Anglern und Fotografen. Die einen säumen die idyllische Hafeneinfahrt und befördern alle naselang etwas Schuppiges aus dem tiefblauen Wasser ans Tageslicht. Die anderen knipsen begeistert die brachialen Wogen, deren dekorative Gischtkämme im Gegenlicht wie Goldhelme funkeln. Gebrochen von zwei mächtigen Molen, springen sie dann wie brüllende Spritzmonster ans Ufer, wo sie in finalen Schaumwirbeln verröcheln. Ein fantastisches Spektakel! Und Platz für Paula gibt es hier nebenbei auch. Soweit das Auge reicht.

An einem Fisch-Büdchen heißt es nun auch Abschied nehmen von Paula und den Blums. Zum Abendbrot kommt frische Ware aus dem Meer auf den Tisch, „weil die verfressene Paula auf Fisch ganz besonders versessen ist“. Dann fehlt nur noch der Sonnenuntergang zum vollkommenen Glück. Für Mensch und Hund. In Dänemark.