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„Wir haben ihn komplett zerf***t“: Dieser Dortmunder stach eines der brutalsten Tattoos der Welt – warum er es jetzt bereut

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Phillip „3Kreuze“, auch sein Gesicht zieren großflächige Tattoos. Foto: Dominik Göttker

Dortmund. 

„Das Projekt in dieser Konstellation ist beendet“, sagt Phillip „3Kreuze“ in ruhigem Ton. „Es war ein Experiment, ich würde es aber nie wieder machen.“

Es liegt Mitgefühl in Phillips Stimme, vielleicht auch etwas Reue, wenn er über das „Brutal Black Project“ spricht – das wohl härteste Tattoo-Experiment der Welt.

Zwei Tage, fast sechs Stunden Qual, drei Tätowierer, ein Kunde, kein Konzept

In Italien hatten sich der Italiener Valerio Cancellier, der Schotte Cammy Stewart und Phillip aus Dortmund getroffen. Sie wollten etwas Neues wagen. Ein einzigartiges Experiment. Gemeinsam und gleichzeitig würden sie einen Freiwilligen, in dem Fall Frankie, tätowieren.

Warum das Ganze? Unklar. In einem Interview mit dem schweizer Tillate-Magazine hatte Cancellier gesagt, dass es darum gehe, die physischen und mentalen Gefühle bis zum Letzten auszukosten. Eine Grenzerfahrung also. Für Tätowierer und Tätowierten.

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Was ihm die Drei auf den kompletten Körper stechen, das wusste Frankie nicht. Er hatte ihnen keine Vorgaben gegeben, das war Teil des Deals. Was kommt dabei heraus, wenn drei Tattoo-Künstler ihre Kreativität ausleben? Der ganze Körper als Leinwand. Eine brutale Tortur.

„Krasse Vergewaltigung“

„Frankie war sehr lange darauf vorbereitet. Er wusste, was ihm blüht“, sagt Phillip. Die Erfahrung hat jedoch auch den erfahrenen Tätowierer an seine Grenzen gebracht. „Das grenzte an eine krasse Vergewaltigung, wir haben ihn komplett zerfickt.“

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Nach der Session ist Frankies Gesicht fast schwarz, Streifen laufen über den Körper, Kreuze scheinen seinen Mund zu verschließen. „Ich hatte sehr viel Mitleid, er ist ein guter Kollege“, sagt Phillip noch lange nach der Aktion.

Phillip möchte allerdings nicht, dass es so bleibt: „Ich werde ihm alle Stellen covern.“ Es wird Jahre dauern, um die Spuren des Projekts verschwinden zu lassen. Jedoch: „Ich möchte, dass wir am Ende beide mit dem Ergebnis zufrieden sind. Das ist immer mein Anspruch. Und so bin ich ganz und gar nicht zufrieden.“

Für großflächige Tattoos bekannt

Phillip „3Kreuze“ arbeitet derzeit im Tattoostudio „Bestechung“ auf der Hohe Straße 9 unweit der Dortmunder City. Ab 2018 zieht es ihn in eine kleine Galerie nahe Berlin. Er wird dann nur noch als Gast-Tätowierer in Dortmund sein.

Der 31-Jährige ist europaweit für seine großflächigen, schwarzen Tattoos bekannt. Während unseres Besuches sitzt ihm eine junge Frau gegenüber. Er tätowiert gerade ihre Hände. Sie war am Ende mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.