Wetter im Ruhrgebiet: Von wegen! Diese Schnee-Prognose ging gehörig schief

In diesem Winter hatten die Menschen im Ruhrgebiet endlich auch mal die Gelegenheit durch den Schnee zu stapfen. Allerdings sollte das Wetter auch im Frühling teilweise anhalten ...
In diesem Winter hatten die Menschen im Ruhrgebiet endlich auch mal die Gelegenheit durch den Schnee zu stapfen. Allerdings sollte das Wetter auch im Frühling teilweise anhalten ...
Foto: imago images

Ruhrpott-Kolumne

Als ich an Ostermontag aus dem Fenster geschaut habe, hab' ich gedacht, ich seh' nicht richtig! Schnee an Ostern?! Nach Weihnachten braucht den nun wirklich kein Mensch mehr. Das Wetter im Ruhrgebiet spielt in diesem April völlig verrückt.

Doch das war keine kurze Temperatur-Verirrung. Das Winter-Wetter mitten im Frühling im Ruhrgebiet hält an. Dienstag und Mittwoch schneite es fast ununterbrochen. Auch am Montag fallen in Essen wieder dicke Flocken vom Himmel. Da gingen meine Wünsche zu Beginn des Jahres wohl doch etwas zu sehr in Erfüllung.

Wetter im Ruhrgebiet: Schnee im Frühling im Revier - reicht jetzt auch!

Hätte ich das doch mal bloß nicht zu laut gesagt. Ich muss meine Annahmen, die ich noch im Januar getroffen habe, nun reichlich überdenken. Hier mehr dazu lesen >>> Damals - als alle Menschen in den Weihnachtsferien nach Winterberg reisten und für Corona-Chaos sorgten - wünschte ich mir nichts sehnlicher als die weiße Pracht mitten im Revier. Denn das hatte echt Seltenheitswert.

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Um mich zu dem Zeitpunkt noch einmal zu zitieren: „Als Teenie kann ich mich noch daran erinnern, dass ich andauernd olle Salzränder vom Streuen an meinen Schuhen kleben hatte. Doch heutzutage? Schon lange bin ich nicht mehr mit Winterboots durch den Schnee gestapft.“

Ein Wetter-Experte vom Deutschen Wetterdienst bestärkte mich in meinen Ansichten, gab mir Recht, dass es „früher“ öfter geschneit hatte und wir wegen des Klimawandels auf die globale Erderwärmung immer weiter zusteuern. Natürlich schloss er einzelne extreme Schneefälle im Ruhrgebiet nicht aus.

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Und kaum ausgesprochen sollte es dann auch so kommen. Der Februar brachte massig Schnee über mehrere Wochen mit sich. So langsam waren die Menschen im Revier den Schnee dann auch satt. Nachdem der letzte Hügel dank der Schlittenspuren wieder grün-braun hervorblitzte, brach auch schon Karibik-Feeling aus. Hitze und Eis mitten im Winter.

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Im Ruhrgebiet spricht man Tacheles und redet nicht lange um den heißen Brei herum. DER WESTEN-Redakteurin Julia Scholz beschäftigt sich in der Kolumne „Da sachste, wat Sache ist“ mit aktuellen Themen, die die Menschen im Revier bewegen.

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Auch in der vergangenen Woche schwitzten die Menschen in der Sonne. Ich saß bei einer Freundin im Garten. Wir lachten mit Blick auf die Wetter-App, die für die zweite Osterferienwoche Schneefall voraussagte. Besagte Freundin rief mich gestern erschrocken an und erklärte: „Jetzt habe ich doch tatsächlich schon am Wochenende die Sommerreifen auf meinen Wagen gezogen.“

Wann kommt endlich der Frühling im Revier?

Da war sie wohl genauso voreilig wie ich. Der Schnee überrollt uns jetzt alle. Der April macht halt, was er will. Was haben wir daraus gelernt? „Nichts ist unmöglich“ - um es mal vorsichtig mit dem Slogan einer bekannten Werbung für eine japanische Automarke zu sagen. Dabei möchte ich gerade nichts sehnlicher als diesen dunklen Corona-Winter endlich hinter mir zu lassen.