Wer sind die Tinker? Wir erklären die Traveller aus Irland

Tinker-Gruppe unweit der Rheinkniebrücke in Düsseldorf.
Tinker-Gruppe unweit der Rheinkniebrücke in Düsseldorf.
  • In NRW ist aktuell eine größere Gruppe Tinker unterwegs
  • Aktuell sind sie mit etwa 90 Gespannen in Düsseldorf, doch die Stadt hat ein Verbot ausgesprochen
  • Die irischen Landarbeiter kamen ursprünglich nach Kevelaer

Kevelaer. In NRW ist aktuell eine größere Gruppe Tinker, auch Traveller genannt, aus Irland unterwegs. Die irischen Landarbeiter, die offiziell Pavee heißen, kommen regelmäßig mit ihren Familien nach Deutschland.

Kevelaer als beliebtes Ziel

Sie sind streng gläubige Katholiken. Deshalb ist der Wallfahrtsort Kevelaer ein beliebtes Ziel. Eine größere Gruppe kommt traditionell zu Mariä Himmelfahrt (15. August).

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Trinkgelage, leicht bekleidete Mädchen und gefährliche Fahrmanöver: Anwohner sind zunehmend genervt von den irischen Tinkern

Zoff um Tinker geht weiter: Irische Landarbeiter sind in Neuss angekommen

Nach Ultimatum der Stadt Düsseldorf - Jetzt verlassen die Tinker die Rheinwiesen doch

-------------------------------------

Dieses Jahr kamen die Tinker sogar schon früher - sie wollten drei Hochzeiten in Kevelaer feiern. Doch zwei der drei angemeldeten Termine platzten.

Stattdessen gab es Ärger mit bissigen Hunden und Musik. Am Montag mussten die Tinker abreisen, denn Kevelaer erwartet Gäste zur Tamilenwallfahrt und benötigt den Platz. Über Neuss fuhr die Gruppe schließlich nach Düsseldorf. Aber auch dort können sie nicht bleiben. Mehr erfährst du hier ›

Wer sind die Tinker?

Es soll in Irland und Großbritannien etwa 30.000 Traveller geben. Früher reisten sie mit Kutschen, heute sind sie meist mit Caravans und Zelten unterwegs.

In Großbritannien gibt es teils noch immer Pferdemärkte von Tinkern wie vor hunderten Jahren. Denn die Pferde, die sie ursprünglich nutzten, heißen ebenfalls Tinker.

Eigene Sprache

In Deutschland verdienen sie teils Geld mit dem Teeren von Einfahrten oder anderen Landarbeiten.

Die Tinker haben eine ganz eigene Kultur. Dazu zählt auch eine eigene Sprache, die Shelta heißt.

Probleme mit Müll und Exzessen

In Hessen und im Rheinland gab es in den letzten Jahren Probleme mit den reisenden Landarbeitern. So berichtete der Express 2013 von Sauf- und Prügelexzessen in Bonn. Anlass war eine Hochzeit.

In Hessen gab es im vergangenen Jahr Schwierigkeiten mit Müllbergen, hemmungslosen Partys und lauter Musik, so der Tagesspiegel.

Im Ordnungsamt Kevelaer sind Tinker als „leicht beratungsresistent“ bekannt. Es gab immer mal wieder Probleme mit Müll oder lauter Musik.

(mto)

 
 

EURE FAVORITEN