Toter Jugendlicher (†16) in Wenden: Polizei sperrt Gesamtschule am Montag weiträumig ab

Experten sichern Spuren am Fundort des toten Jungen.
Experten sichern Spuren am Fundort des toten Jungen.
Foto: dpa

Olpe. Ein vermisster 16-Jähriger ist am Mittwoch tot in einem Wald in Wenden im Sauerland entdeckt worden.

Er wurde unweit des Schulzentrums in Wenden in einem Waldstück gefunden. Nach Zeugenaussagen ergaben sich Hinweise auf die Fundstelle.

Alle Infos gibt es in unserem Blog.

Montag, 5. November

19.01 Uhr: Am Dienstag wird der getötete Schüler beerdigt. Angehörige, Freunde und Bürger werden um 14.30 Uhr von ihm Abschied nehmen. Die Trauerfeier werde aus der Kirche nach außen übertragen, da große Anteilnahme zu erwarten sei, hieß es in der sauerländischen Gemeinde. Auch viele Mitschüler des Opfers werden erwartet, sagte ein Sprecher von Bürgermeister Bernd Clemens.

13:50 Uhr: Noch immer ist die Trauer über den gewaltsamen Tod eines 16-Jährigen in Wenden grenzenlos. Trotzdem kehrt rund eine Woche nach dem schrecklichen Vorfall so etwas wie Alltag ein an der Gesamtschule, in deren Nähe der Jugendliche erwürgt worden war. So hat am Montag der Unterricht für die Mitschüler des Opfers und des mutmaßlichen Täters wieder begonnen.

Um die Jugendlichen abzuschirmen wurde das Schulgebäude in der sauerländischen Gemeinde am Montag weiträumig von der Polizei abgesperrt. Zahlreiche Psychologen standen den Schülern zur Seite.

Die Schulleitung drückte den Angehörigen des Opfers ihr Mitgefühl aus: „Die Schule trauert um ein Mitglied ihrer Gemeinschaft und ist in Gedanken in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Familie“, heißt es auf der Homepage der Schule. Diese ist bis auf Weiteres inaktiv geschaltet.

Sonntag, 4. November

22.07 Uhr: Ein ganzes Dorf nimmt Abschied: Nach dem gewaltsamen Tod eines 16-Jährigen im sauerländischen Wenden hat die Bevölkerung große Anteilnahme gezeigt. Am Sonntagabend kamen zahlreiche Bürger zur Schule. Sie legten an einem provisorischen Gedenkort auf dem Schulgelände in Wenden Blumen nieder, stellten Kerzen auf und gedachten dem toten Jugendlichen.

Unter den Besuchern waren auch mehrere Jugendliche, denen die Trauer und der Schock ins Gesicht geschrieben war. „Warum?“ war auf einer Kerze zu lesen, „Wir werden dich vermissen“ auf einer anderen. An einem Zaun hing ein Foto des Getöteten. „Du bist nicht mehr hier, dein Platz ist leer, aber du hast einen festen Platz in unseren Herzen“, stand auf einer Schiefertafel. Auch Plüschtiere und Engelfiguren wurden niedergelegt.

„Die Gemeinde ist schockiert, es gibt kein anderes Thema im Moment“, sagte Bürgermeister Bernd Clemens am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Im Gottesdienst haben wir für Jona gebetet.“ Viele Fragen stünden jetzt im Raum, „weil niemand sich so eine Tat erklären kann.“

15.30 Uhr: Ein 14-Jähriger hat in Wenden den 16-jährigen Jona K. erwürgt. Der Jugendliche hat die Tat vor dem Haftrichter gestanden. Er soll von dem 16-Jährigen abgewiesen worden sein, als er ihm seine Liebe gestanden hatte. Daraufhin sei er ausgerastet. Er hatte sich zunächst als Zeuge ausgegeben, während dieser Befragung hat er sich laut den Ermittlern in Widersprüche verstrickt.

Die Polizei hat die Leiche des 16-Jährigen am Mittwoch in einem Waldstück gefunden. Nun soll ein Psychiater herausfinden, wie die Verantwortungsreife und Schuldfähigkeit des Jugendlichen zu bewerten ist. Das hat die Staatsanwaltschaft veranlasst.

Samstag, 3. November

22.10 Uhr: In der kommenden Woche wird die Polizei mehrere Schüler und Lehrer als Zeugen befragen, berichtet der Siegener Staatsanwalt Rainer Hoppmann. So sollen weitere Hintergründe zu der Tat des 14-Jährigen ans Licht gebracht werden.

18.03 Uhr: Nachdem der 14-Jährige einen 16-Jährigen ermordet haben soll, wird nun ein Psychiater hinzugezogen, der den Jugendlichen untersuchen soll. Das hat die Staatsanwaltschaft veranlasst.

12.35 Uhr: Ein Sachverständiger soll nun die Verantwortungsreife und Schuldfähigkeit des Jugendlichen Täters klären, sagte der Siegener Staatsanwalt Rainer Hoppmann am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

8.48 Uhr: Jona K. ist tot. Der Teenager ist nur 16 Jahre alt geworden. Nachdem er seit Dienstag als vermisst galt, haben Polizisten am Mittwoch die Leiche des Jungen in einem Waldstück bei Wenden gefunden. Ein 14-jähriger Mitschüler hat vor dem Haftrichter gestanden, Jona K. umgebracht zu haben - das Opfer und sein Mitschüler sollen eine Beziehung gehabt und sich gestritten haben. Daraufhin soll der Geständige den Hobby-Fußballer Jona erwürgt haben.

Das Dorf Wenden und der Fußballverein von Jona K., SV Rothemühle (bei Siegen), stehen derzeit unter Schock. Und bekommen prominente Unterstützung: Julian Nagelsmann, Trainer des Erstligisten TSG Hoffenheim, hat eine bewegende Video-Botschaft an die Hinterbliebenen und die Mitspieler des Toten geschickt.

Er will den Trauernden Tipps geben. Nagelsmann selbst weiß, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren - sein Vater ist sehr früh gestorben, wie die Bild-Zeitung berichtet. Er rät den Hinterbliebenen von Jona: „Die Gewalt, der Hass, das Unverständnis, dass Jona jetzt aus dem Leben gerissen hat, darf nicht euer Begleiter sein“, sagt Nagelsmann.

Hier kannst du das ganze Video anschauen:

Freitag, 2. November

21.05 Uhr: Die Gesamtschule Wenden gibt eine Notfall-Seelsorge-Nummer heraus für Angehörige, Mitschüler und andere Trauernde. Am Samstag von 9 bis 12 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 Uhr sind Seelsorger der Seelsorge Olpe unter der Nummer 02762/4000218 zu erreichen.

18.21 Uhr: Das ganze Dorf Wenden trauert um den getöteten 16-Jährigen. Er sei ein „lieber Kerl, ein guter Fußballer“ gewesen, sagte der Platzwart des SV Rothemühle gegenüber RTL. In dem Verein war der Getötete schon seit Jahren Mitglied.

16.13 Uhr: Dass Kinder andere Kinder töten, sei sehr selten, so Kriminalpsychologe Rudolf Egg gegenüber der dpa. In den meisten Fällen, bei dem ein Kind ein anderes tötet, gehe es um Persönliches wie Eifersucht, verschmähte Liebe oder Beleidigungen. So soll es auch bei dem 14-Jährigen in Wenden gewesen sein, der den 16-Jährigen erwürgt haben soll.

Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Christian Lüdke, der das Verbrechen im Sauerland ebenfalls aus den Medien kennt, spricht von einem „Wutstau“, der sich mit der Tat Bahn breche: Plötzlich entladen sich lang angestaute Angst und Aggression. Der Tat gehe in der Regel eine lange Geschichte voraus, erläutert Lüdke. Häufig liege der Ursprung in der Familie: Der Täter fühle sich zum Beispiel von den Eltern dauerhaft ungeliebt und zurückgewiesen. Laut Polizei komme der Tatverdächtige allerdings aus einem „geordneten Elternhaus“.

14.22 Uhr: Aufgrund seines jugendlichen Alters sollen in den nächsten Wochen „Haftvermeidungsmaßnahmen“ geprüft werden. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass der Junge in einem Heim untergebracht wird.

14.13 Uhr: Auch Rat und Verwaltung der Gemeinde Wenden äußerten sich in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung „tief bewegt“. „Für alle Beteiligten bleiben Trauer, Verzweiflung, Tränen und die Fragen nach dem Warum. Man kann das Leid nicht aus der Welt schaffen, den Schmerz nicht lindern. Deshalb gilt unser besonderes Mitgefühl seiner Familie, allen Angehörigen und Freunden des Opfers“, hieß es in der Mitteilung.

14.08 Uhr: Schulpsychologen helfen den betroffenen Kindern. „Wir erfahren Unterstützung durch unsere schulfachliche Dezernentin und Schulpsychologen und Schulpsychologinnen, die uns zur Seite stehen und besonders die Schülerinnen und Schüler unserer Schule professionell durch diese schreckliche Zeit begleiten werden“, heißt es auf der Homepage der Schule. Die Schule ist am Freitag geschlossen.

14.01 Uhr: Mit psychologischer Hilfe und gemeinsamem Gedenken wollen Mitschülern, die kleine Gemeinde Wenden und der Fußballverein nach dem gewaltsamen Tod eines Jungen im Sauerland ihre Trauer und Betroffenheit verarbeiten. Die Schule, die der Getötete und sein mutmaßlicher Killer besuchten, war am Freitag wegen des Brückentages geschlossen. „Die Schule trauert um ein Mitglied ihrer Gemeinschaft und ist in Gedanken in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Familie“, heißt es in einem kurzen Text auf der Internetseite der Gesamtschule in Wenden.

10.47 Uhr: Was droht dem Jugendlichen (14), der den 16-Jährigen tötete, jetzt? Anwalt Timo Scharrmann aus Essen sagte der „Bild“ dazu: „Bei dem vorliegenden Geschehen ist bei einem sehr jungen Menschen hier sicherlich eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit zu prüfen. Im Jugendstrafrecht ist der Erziehungsgedanke maßgeblich, daher wird sich die Jugendkammer intensiv mit der Persönlichkeit und den genauen Umständen der Tat beschäftigen müssen.“

Ähnlich äußerte sich Strafverteidiger Burkhard Benecken aus Marl: „Es spricht vieles für eine spontane Tat ohne Tötungsplan in einem emotionalen Ausnahmezustand. Mindestens auf Seiten des Täters scheinen ja Gefühle im Spiel gewesen zu sein. Das könnte am Ende sogar Totschlag in einem minderschweren Fall bedeuten. Ich glaube nicht, dass man dann an den oberen Rand des Strafmaßes geht.“

10.35 Uhr: Die Ermittler traten Gerüchten entgegen, dass es sich bei dem Täter um einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund handelte. „Der Täter hat keinen Migrationshintergrund“, betonte Staatsanwalt Rainer Hoppmann. Sowohl Opfer als auch Täter seien Deutsche. (hier liest du mehr dazu)

Donnerstag, 1. November

21.31 Uhr: Vor dem Haftrichter habe der Tatverdächtige Reue gezeigt für seine Tat. „Er kommt aus einen geordneten Elternhaus. Er hat in gebotenem Umfang Reue gezeigt“, sagt Staatsanwalt Rainer Hoppmann.

20.46 Uhr: Die beiden Jugendlichen hatten die Gesamtschule in Wenden besucht. Am Dienstag hatten sie zusammen die erste Schulstunde mitgemacht und dann den Unterricht geschwänzt, wie die Ermittler berichteten. Dann ist es zu der Tat gekommen.

Vom eigentlichen Tatort habe der 14-Jährige den Toten zu einem anderen Ort im Wald in der Nähe der Schule getragen und dort abgelegt. Getarnt etwa mit Laub oder Ästen habe er die Leiche nicht. Anderen Schülern, die den 14-Jährigen später an der Schule in Wenden sahen, fiel danach auf, dass seine Kleidung verdreckt und durchnässt war. Er soll daraufhin zu ihnen gesagt haben, dass er gestürzt sei und sie nicht verraten sollten.

20.15 Uhr: Die Polizei hat ein mögliches Motiv zur Tat in Wenden bekannt gegeben: Das Opfer und der 14-jährige Tatverdächtige sollen eine Beziehung gehabt haben. Wegen dieser sollen sich die beiden gestritten haben, woraufhin der Tatverdächtige das Opfer gewürgt habe, so die Ermittler.

19.45 Uhr: Der 16-Jährige aus Wenden ist laut Polizei bereits seit Dienstagabend tot. Auf der Website der Schule in Wenden erschien am Donnerstag eine Erklärung: „Die Schule trauert um ein Mitglied ihrer Gemeinschaft und ist in Gedanken in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Familie“, heißt es dort. Die Schüler gingen durch eine „schreckliche Zeit“.

Der Fußballverein des 16-Jährigen sagte seine Spiele für das kommende Wochenende ab. „Unsere Trauer und unser Mitgefühl können nicht in Worten ausgedrückt werden“, teilte der SV Rothemühle auf seiner Facebook-Seite mit.

19.41 Uhr: Die Ermittler geben an, dass sich das Opfer gewehrt haben muss. Allerdings sei der 16-Jährige eher schmächtig gewesen wie ein jüngeres Kind. Der Tatverdächtige war ihm körperlich überlegen.

19.37: Der 14-jährige Tatverdächtige aus Wenden ist ein Mitschüler des Toten. Er hatte sich zunächst als Zeuge gemeldet und sich dann bei einer zweiten Befragung in Widersprüche verstrickt. Ihm drohen nun bis zu zehn Jahre Gefängnis, da ihm Totschlag vorgeworfen wird.

19.23 Uhr: Der 14-jährige Tatverdächtige hat am Mittwochnachmittag vor dem Haftrichter gestanden, dass er den 16-Jährigen mit bloßen Händen erwürgt habe. Laut Staatsanwaltschaft hat es zuvor einen handgreiflichen Streit gegeben.

19.03 Uhr: Die Ergebnisse der Obduktion liegen vor. Der 16-Jährige ist durch Gewalt gegen den Hals gestorben. Der Gerichtsmediziner schließt aus, dass es sich bei den Verletzungen um ein Sturz- oder Unfallgeschehen handeln könnte.

Der festgenommene Tatverdächtige ist erst 14 Jahre alt und soll ein Freund des Opfers gewesen sein.

16.52 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Siegen und die Polizei Olpe geben um 18.30 Uhr eine Pressekonferenz. Die Polizei kündigt neue Erkenntnisse an: Wer ist der Täter? Warum musste der Schüler sterben? Gibt es bereits Ergebnisse der Obduktion? Diese offenen Fragen werden womöglich dann geklärt werden.

Bisher lagen keine Briefe, Plüschtiere, Kerzen oder andere Symbole der Trauer am Fundort des Toten in Wenden. Polizeisprecher Michael Klein sagt dazu: „Es war absolut erlaubt, dort Kerzen oder ähnliches abzulegen. Warum das bisher niemand gemacht hat, weiß ich nicht.“ Klein betont allerdings, dass inzwischen eine Art Trauerfeier geplant sei.

Wenden: Vermisster 16-Jähriger aus Kreis Olpe tot im Wald gefunden

„Bisher konnte nicht geklärt werden, unter welchen Umständen er verstarb“, berichtete ein Sprecher der Polizei am Mittwochabend. Eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Und die konnte am Mittwochabend bereits einen Erfolg verbuchen. Eine Person wurde festgenommen. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann die Polizei derzeit keine weiteren Informationen herausgeben. Auch ob der Festgenommene ein Schüler oder sogar Mitschüler des getöteten 16-Jährigen ist, ist bislang nicht bestätigt. Polizeisprecher Michael Klein: „Da sagen wir im Moment noch nix.“

Es wird aber noch am heutigen Donnerstag, um 11 Uhr eine Obduktion in Dortmund stattfinden.

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Teenager nach Streit mit Freund verschwunden

Wenige Stunden vor der Todesnachricht hatte sich die Polizei mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Der Teenager war seit Dienstagmittag vermisst. Er sei nach einem Streit mit einem Freund nicht nach Hause zurückgekehrt. Die Schule hatte er zuvor geschwänzt.

Auch umfangreiche Suchmaßnahmen und eine Befragung des sozialen Umfeldes hatten die Ermittler nicht weitergebracht. Medienberichten zufolge waren mehr als 100 Einsatzkräfte an der Suche beteiligt.

(bs/ms/göt/fb/ak/dpa)

 
 

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