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Tierheim in NRW findet Paket vor dem Tor – der Inhalt ist „nicht lustig“

Nach Überstunden verlässt ein Tierpfleger ein Tierheim in NRW. Was er in der Einfahrt findet, lässt ihn fassungslos zurück.

© imago / Steffen Schellhorn & Tierheim Bergheim

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Es sind die Momente, die Mitarbeitende in den Tierheimen in NRW immer wieder mächtig Kraft kosten. Am Freitagabend (7. Juni) hatte Tierpfleger Dirk im Tierheim Bergheim ein paar Stunden an seine Schicht dran gehängt – zum Glück!

Denn hätte er das nicht gemacht, dann wäre ihm wohl nicht der Karton aufgefallen, der erst in den Abendstunden in der Einfahrt zu dem NRW-Tierheim platziert worden war.

Tierheim in NRW öffnet Paket – „Nicht lustig“

„Die Firma Mango scheint ihr Sortiment erweitert zu haben, denn anscheinend gibt es dort jetzt auch Schildkröten zu kaufen“, beginnen die Verantwortlichen des Tierheims Bergheim ihren Facebook-Beitrag – und weiter: „Leider hat der Paketbote wohl die Adresse des Käufers nicht gefunden und die Lieferung einfach bei uns abgestellt.“


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Schnell wird klar, dass es sich um einen sarkastischen Facebook-Beitrag handelt. „Denn lustig ist das eigentlich nicht“, so das NRW-Tierheim deutlich. In dem recht kleinen Karton steckte eine vergleichsweise große Schildkröte. Ein Unbekannter hatte das Tier in den Abendstunden einfach ausgesetzt. Hätte der Tierpfleger keine Überstunden gemacht, hätte die bemitleidenswerte Schildkröte wohl die komplette Nacht über unversorgt dort verbracht.

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Tierfreunde entsetzt: „Wie furchtbar“

„Da komm ich nicht drauf klar!“, schimpft eine Tierfreundin in den Kommentaren. Wer sich ein Tier anschaffe, solle sich seiner Verantwortung bewusst sein. „Das ist man dem Tier gegenüber schuldig, denn diese Person ist seine ganze Welt.“ Eine andere versetzt sich in die Lage der Tierheim-Angestellten: „Wie furchtbar, wenn ihr bei jeder Tüte, Koffer, Karton etc., die in der Nähe abgelegt sind, denken müsst, das ist ein ausgesetztes Tier.“ Wer nicht mehr in der Lage sei, für sein Tier zu sorgen, solle zumindest den „Arsch in der Hose“ haben, sein Haustier persönlich zu übergeben.


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Andere versetzen sich jedoch auch in die Lage der Tierhalter: „Wenn man sein Tier abgibt, muss man sich rechtfertigen und oft wird man abgewiesen, weil das Tierheim voll ist.“ Deswegen sei mancher schon froh, dass das Tier nicht in den Mülleimer geworfen worden sei.

Andere fordern für solche Fälle eine Tierklappe, die ähnlich wie eine Babyklappe funktioniert. Das größte Problem, das dadurch aber entstehen würde: Es wäre nichts über die Historie der Tiere bekannt, weder über mögliche Unverträglichkeiten oder Krankheiten noch über Ängste oder dergleichen. Tierheime predigen deshalb seit je her, dass sich Menschen ganz genau überlegen sollen, ob sie wirklich die Kapazitäten haben, um ein Tier aufzunehmen, damit solche Situationen erst gar nicht eintreten.