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Sofia von Spanien in Hattingen mit dem Steiger Award geehrt

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Foto: dpa
Die Kriterien der Preisverleihung mögen manchem etwas schleierhaft sein. Tatsache ist, dass der „Ruhrgebietsoscar“ dank Veranstalter Sascha Hellen ein Event der A-Prominenz ist. Neben der früheren spanischen Königin waren unter anderen nun Quincy Jones, Buzz Aldrin und Ute Lemper zu Gast.

Hattingen. 

Man tritt dem hübsch-beschaulichen Hattingen wohl nicht zu nahe, wenn man feststellt, dass Majestäten sich nicht hierhin verirren. Königin Sofia von Spanien (75) bummelte zwar am Freitag auch nicht durchs Städtchen, schwebte aber immerhin zu einer abendlichen Gala mit 400 Gästen ein. Der „Steiger Award“, von Wohlwollenden als eine Art „Ruhrgebiets-Oscar“ geadelt, von Kritikern belästert als willkürliche Preisvergabe an Prominente, die gerade nichts besseres vorhatten, ist in Hattingen angekommen. Offizielle Version: Mit dem Steiger Award werden Persönlichkeiten geehrt, die sich durch Geradlinigkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Toleranz auszeichnen.

Seit 2005 wird er jährlich vergeben. Lange Zeit in Bochum, nach dem Zerwürfnis zwischen Veranstalter Sascha Hellen und der Stadt wegen des Atrium-Talks der Stadtwerke und einem Turbo-Honorar für Peer Steinbrück wieder in Dortmund und nun in der Henrichshütte. Preise gibt’s in den Kategorien Ruhrgebiet, Lebenswerk, Musik, Sport, Film, Toleranz, Medien und Charity.

Prominenz der A-Klasse

Die Kriterien für die Auswahl muss man nicht immer restlos verstehen, aber der Zuspruch ist dank Hellens funktionierendem Promi-Netzwerk enorm. Ein System, das sich längst selbst befruchtet, denn jeder Eingeladene informiert sich natürlich zuerst: Wer war denn schon da? Majestäten und Popstars, höchstrangige Politiker und Filmlegenden, Sportasse und Wirtschaftsmagnaten, kurzum Persönlichkeiten aus der A-Klasse, werden sie feststellen. Wer zusehen und mitspeisen will, ist mit 175 Euro dabei

Mit Quincy Jones (81) aus Chicago begrüßte Sascha Hellen am Abend den erfolgreichsten Bandleader aller Zeiten, musikalischer Ziehvater von Legenden wie Stevie Wonder und Michael Jackson und Initiator des Projekts „We Are the World“ samt Welthit. Und Buzz Aldrin (84), der am 21. Juli 1969, kurz nach Neil Armstrong, seinen Abdruck auf dem Mond hinterließ. Auch Deutschlands einziger Show-Weltstar Sängerin Ute Lemper, BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Hannelore Hoger, Johannes B.Kerner und Karl Kardinal Lehmann wurden ausgezeichnet.

Neben den Preisträgern waren auch die Laudatoren prominent. So hielt etwa Jerry Hall, Modell und Ex-Frau von Mick Jagger die Ehrenrede auf Ute Lemper. Und Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lobte BVB-Geschäftsführer Watzke, der den Verein vor rund zehn Jahren vor der Insolvenz gerettet und zu einem Höhenflug mit zwei Meisterschaften verholfen hat.

Die glaubwürdigste Verbindung zum Ruhrgebiet liefert freilich der Mann, der beim „Steiger“ durch den Abend führt: Werner Ha nsch (76) aus Recklinghausen. Der eben mehr ist als nur der ewige Sportreporter.