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Scherz-Anrufer Elvis Eifel fiel auf seinen Maler herein

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Foto: Sondermann/radioNRW
Jürgen Bangert bringt als Scherz-Anrufer Elvis Eifel die Hörer der NRW-Lokalradios zum Lachen. Jetzt lief sein 800. Telefon-Streich. Und am Mittwoch startet er in Essen seine Comedy-Tour mit prominenter Unterstützung. Im Interview verrät er, welche Anrufe ihm besonders viel Spaß machen – und wer ihn schon reingelegt hat.

Oberhausen. 

Am Montag hat Radio-Comedian Elvis Eifel Jubiläum gefeiert: Radio NRW strahlte seinen 800. Scherz-Anruf aus. Dahinter steckt ein kluger Kopf: Jürgen Bangert. Jürgen Overkott sprach mit ihm.

Sie haben gerade die 800. Folge von Elvis Eifel fertiggestellt…

Jürgen Bangert: …800 Leute, die mich nicht mehr grüßen.

Ich hatte mit mehr gerechnet.

Bangert: …ja, ja, 800, das sind nur die, die es ins Radio geschafft haben, nur die, die wirklich witzig waren.

Wie viele Graupen haben Sie aussortiert?

Bangert: Potenz zehn.

Maler gab sich als Mann von der Bauverwaltung aus

Gibt es Leute, die den Spieß umdrehen und Sie veräppeln?

Bangert: Sie versuchen es immer wieder, und manchmal gelingt’s auch einem. Mein Anstreicher hat mich mal wirklich böse reingelegt. Er hat den Balkon an meinem Haus abgesägt, und dann hat er angerufen und sich als Mann von der Bauverwaltung ausgegeben. Er hat gesagt, entweder muss der Balkon wieder dran, oder ich müsste eine empfindliche Strafe zahlen.

Wie haben Sie reagiert?

Bangert: Ich lag zu dieser Zeit sowieso mit einigen Ämtern im Clinch, und deshalb hat der Anstreicher es wirklich geschafft, meinen Puls hochzutreiben.

Haben Sie sein Honorar erhöht?

Bangert: Nö, ich habe ihm ein paar verwinkelte Ecken extra aufgebrummt…

…aber jetzt trinken Sie wieder Bier oder doch zumindest ein Kölsch mit ihm…

Bangert: …oder ein stilles Wasser.

Die Ruhe beim Angeln in der freien Natur

Sind Sie selbst manchmal ein stilles Wasser?

Bangert: Kommt auf die Situation an.

Wann suchen Sie selbst die Ruhe?

Bangert: So oft es geht. Toll ist es, wenn ich mal mit einem Kumpel zum Angeln fahren kann. Da geht es selten ums Fischefangen, sondern eher darum, runterzukommen und ins Lagerfeuer zu gucken. Ruhe finde aber auch bei der Familie.

Muss die Familie Vatis Scherze fürchten?

Bangert: Meine Tochter hat mich durchschaut, obwohl ich es immer wieder versuche. Und sie guckt mich nur an und sagt: Papaaaaa, machst Du wieder Quatsch?

Wie alt ist sie?

Bangert: Sechs. Sie sagt, das kannst Du im Radio machen, oder auf der Bühne.

„Ich bin kein Eigenbrödler“

Kompliment. Kompliment aber auch an Sie: Für 800 ausgestrahlte Folgen braucht man ein kreatives Potenzial. Woraus schöpfen Sie Ihre Ideen?

Bangert: Man guckt mit offenen Augen durch die Welt und denkt, oh, daraus könnte man was machen. Die schönsten Geschichten sind immer die, die sich aufdrängen. Manchmal sitzt Du aber auch vor dem weißen Schirm… Am meisten Spaß macht es mir immer dann, wenn wir zu dritt in der Comedy-Redaktion sitzen und uns die Bälle zuwerfen. Ich bin kein Eigenbrödler.

Welche Anrufe machen Ihnen als Elvis Eifel am meisten Spaß?

Bangert: Die, bei denen ich Komplizen habe. Leute, die ihren Chef oder ihren Nachbarn ans Messer liefern. Leute, die mir Informationen über diese Menschen liefern. Da kann ich dann ganz anders den Hebel ansetzen.

Wie oft haben Sie Post vom Rechtsanwalt?

Gott sei Dank nur ein einziges Mal, und das war ein Versand, der mich angerufen hat und Elvis Eifel unbedingt etwas verkaufen wollte, und zwar mit ziemlich aggressiven Marketingmethoden. Da kam dann Post. Wir haben die Folge nie ausgestrahlt.

Comedy-Camp startet am Mittwoch in Essen

Am Mittwoch, 19. September, 19 Uhr, startet das Comedy-Camp der NRW-Lokalradios im Essener Colosseum. Mit dabei: Jürgen Bangert, Ralf Schmitz, René Marik, Markus Krebs und Lisa Feller.