Marl

NRW: Großrazzia gegen Clans – Innenminister Reul mit klarer Strategie

Großrazzia gegen kriminelle Clans in Marl.
Großrazzia gegen kriminelle Clans in Marl.
Foto: Polizei Recklinghausen

Marl. Die Polizei ging am Freitagabend mit einer Großrazzia gegen Clankriminalität in Marl vor. Dabei hatten die Behörden vor allem Shisha-Bars und und Sportsbars im Visier.

Neben der zuständigen Polizei Recklinghausen nahmen auch Mitarbeiter des Hauptzollamtes Dortmund, der Steuerfahndung Bochum, dem Finanzamt Marl, des Ordnungsamtes der Stadt Marl an der Razzia teil.

Marl: Zahlreiche Sportsbars bei Razzia durchsucht

Durchsucht wurden fünf Shisha-Bars und vier Sportbars. „Shisha-Bars und andere Lokalitäten können eine Kommunikations- und Rückzugsebene für Personen bieten, die aktuell im besonderen Fokus der Polizei stehen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Auch Innenminister Herbert Reul (CDU) nahm an der Razzia in Marl teil. „Es darf keine rechtsfreien Räume geben. Unsere Antwort darauf kann nur eine konsequente Politik der kleinen Nadelstiche sein. Diese ist ein Teil unserer Null-Toleranz-Strategie. Dafür müssen wir Polizei, Zoll, Gewerbe-, Ordnungs- und Finanzämter noch stärker vernetzen, damit wir alle rechtlichen Mittel gegen die kriminellen Clans ausschöpfen. Den Kriminellen muss klar sein, dass unsere Gesetze gelten und nicht die des eigenen Clans“, so Reul.

Razzia in Marl: Drastische Maßnahme gegen Bar

Im Rahmen der Razzia wurden unter anderem 40 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt. Besonders drastisch war die Maßnahme gegen einen Bar. Wegen zu vieler Verstöße wurde der Laden umgehend geschlossen. Die weiteren Ergebnisse:

  • 100 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Glücksspielverordnung, gegen das Tabakgesetz, das Nichtraucherschutzgesetz, das Jugendschutzgesetz sowie wegen Steuerhinterziehung
  • 85 Menschen wurden überprüft
  • .Eine Anzeige wegen Drogenbesitzes
  • Acht Spielautomaten wurden sichergestellt
  • Zwei Verwarngelder wurden erhoben

„Kriminelle Clanmitglieder orientieren sich nicht an kommunalen Grenzen und behördlichen Zuständigkeiten. Deshalb müssen sich auch die zuständigen Behörden vernetzen. Mit dem bei uns eingerichteten "Runden Tisch zur Bekämpfung der Clankriminalität" können wir behördenübergreifend Informationen noch zielgerichteter austauschen und Maßnahmen noch effektiver umsetzen“, begründete Recklinghausens Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen die Maßnahmen.

Gleichzeitig stellte Ordnungsdezernent Michael Bach klar, dass die Szene auch sonst regelmäßig kontrolliert wird: „Die bereits seit Jahren gute, behördenübergreifende Zusammenarbeit wird mit diesem Einsatz intensiviert.“

Clankriminalität im Ruhrgebiet: Schonungloser Befund von Minister Reul

Erst vor wenigen Wochen begleitete NRW-Innenminster Reul eine ähnliche Razzia in Dortmund. Auch in Essen wurde die Clanszene zuletzt mit Razzien immer wieder unter Druck gesetzt.

Reul hat sich den Kampf gegen Clankriminalität in besonderem Maße auf die Fahnen geschrieben. „Sie versuchen, ihr eigenes Gesetz zu etablieren. Da halten wir mit mehr Polizeipräsenz gegen. Weder die Polizei noch die Politik haben sich gekümmert“, so Reuls knallharter Befund.

Reul will Clankriminalität stoppen

Bei der Razzia nahm die Polizei sechs Verdächtige fest, und beschlagnahmte zwei Autos sowie fast 20 Kilo unverzollten Tabak.

NRW-Innenminister Herbert Reul sagte dem WDR damals : „Die Clans sollen wissen, dass jetzt Schluss damit ist, dass sie machen können, was sie wollen und selber Recht bestimmen können. Sie müssen damit rechnen, dass jederzeit eine staatliche Behörde da ist und dafür sorgt, dass das große und das kleine Recht eingehalten wird.“

 
 

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