Düsseldorf

Mysteriöser Mord an Yasmina T. (†25) aus Düsseldorf: Polizei nennt furchtbare Details

André Hartwich, Ralf Busch (beide Polizei Düsseldorf) und Martin Stücker (Staatsanwaltschaft Düsseldorf) berichteten über den Mord in Flingern.
André Hartwich, Ralf Busch (beide Polizei Düsseldorf) und Martin Stücker (Staatsanwaltschaft Düsseldorf) berichteten über den Mord in Flingern.
Foto: Jürgen von Polier
  • In Düsseldorf ist am 20. Juni eine Frau vergewaltigt und ermordet worden
  • Der Mord wäre beinahe nicht entdeckt worden
  • Die Tat hat mittlerweile ein 35-jähriger Handwerker gestanden

Düsseldorf. Schreckliche Details sind am Montag bekannt geworden, als die Düsseldorfer Polizei bei einer Pressekonferenz von einem Mord berichtete, der sich am 20. Juni im Stadtteil Flingern ereignet hat.

Das Opfer: Die 25 Jahre alte Yasmina T. Sie war von ihrer Familie zuvor als vermisst gemeldet worden. Als die Feuerwehr die Wohnung der Frau gewaltsam öffnet, finden Angehörige die nackte Frau tot in der Badewanne.

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Eine Obduktion ergibt am 4. Juli, dass Yasmina T. ertrunken ist. Seltsam: Die Badewanne ist leer, als die Feuerwehr die Wohnung betritt. Die Spurensicherung findet am Tatort menschliche DNA, die bei der Abfrage in der DNA-Datenbank am 14. Juli tatsächlich einen Treffer ergibt.

Träger der DNA: Ein 35-jähriger Familienvater mit Frau und Kindern, der mittlerweile gestanden hat, die Frau ermordet zu haben.

In dem Mehrfamilienhaus war der Installateur nach eigener Aussage am Tag der Tat mit Kollegen, weil es dort vorher einen Wasserschaden gegeben hatte. Deshalb mussten in allen Wohnungen Wasseranschlüsse kontrolliert werden, wobei der Mann zum ersten Mal in Kontakt mit der Frau kam.

In Befehlston zwang er Yasmina T., sich auszuziehen

Als alle Wohnungen von den Installateuren kontrolliert sind, verlassen die Männer das Haus wieder. Der Täter tut das allerdings nur zum Schein. Wartet ein paar Minuten und geht dann zurück zu der Wohnung der Frau. Als sie die Tür öffnet, überfällt er die 25-Jährige. Stößt sie in die Wohnung, wo er sie im Befehlston dazu zwingt, sich auszuziehen. Dann vergewaltigt er sie auf ihrem Bett und erdrosselt sie mit einem Kabel. Das glaubt er jedenfalls.

Denn die Frau ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht tot, sondern bewusstlos. Um seine Spuren zu verwischen, trägt er die Bewusstlose in die Badewanne und lässt Wasser ein, um die Spuren von ihr abzuwaschen. Dann lässt er das Wasser wieder ab. Und führt vorerst unbehelligt sein Leben weiter.

Fast wäre der Installateur mit Mord davongekommen

Geht zur Arbeit und lebt normal mit Frau und Kindern unter einem Dach. Erschreckend daran: Hätte der 35-Jährige das Wasser mit seiner DNA abgelassen und die Badewanne anschließend neu gefüllt, wäre er vermutlich mit dem Mord davongekommen. Auch, weil das Opfer als Folge der Strangulation keine Würgemale am Hals aufwies.

Gab es weitere Morde?

Die Frage ist nun, ob der Mann vorher noch andere Morde begangen hat, ohne festgenommen zu werden. In diese Richtung wird aktuell ermittelt, die Polizei glaubt allerdings nicht an weitere Morde.

Dafür könnte hingegen sprechen, dass der 35-Jährige laut Polizei auch persönliche Gegenstände der Frau mitgenommen hat. Serienmörder tun das, um sich auch im Nachhinein noch in die Situation des Mordes zurückversetzen zu können. Der Beschuldigte selbst hat ausgesagt, es habe keine anderen Morde gegeben.

Auffällig geworden ist der Handwerker schon jeweils in den Jahren 2013 und 2014. Auch da hatte er bei seiner Arbeit Kontakt zu zwei Frauen, die sich von ihm belästigt fühlten und in der Folge wegen sexueller Nötigung und Beleidigung Anzeige erstatteten.

Der Festgenommene sagte zu Polizisten, dass er darüber erleichtert sei, verhaftet worden zu sein. Über die Tat des Mannes spricht Martin Stücker von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf als "Verdeckungsmord". Das Strafmaß: lebenslange Haft.

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