„Metropolradruhr“ fährt weiter in den roten Zahlen

Holger Dumke
In zehn Revierstädten vertreten: das Verleihsystem „Metropolradruhr“.
In zehn Revierstädten vertreten: das Verleihsystem „Metropolradruhr“.
Foto: Gero Helm/Funke Foto Services
Das Fahhradleihsystem "Metropolradruhr" kommt nicht aus den roten Zahlen. 300 000 Euro Verlust für 2015 erwartet - dabei nehmen die Ausleihen zu.

Im Ruhrgebiet. Trotz beständig steigender Ausleihzahlen schreibt das in zehn Revierstädten vertretene Fahrradleihsystem „Metropolradruhr“ weiter rote Zahlen. Die Betreiberfirma Nextbike rechnet für 2015 mit 300 000 Euro Miesen. Dabei wurden bis Oktober schon 202 000 Ausleihen registriert – etwa 32% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Aber: Die Verleiheinnahmen reichen nicht, um die hohen Kosten von 545 000 Euro für Betrieb und Abschreibungen zu decken. Das geht aus Zahlen hervor, die Nextbike dem Regionalverband Ruhr (RVR) vorgelegt hat. Die Zusatzeinnahmen bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück. Die Werbeflächen z. B. spülten nur 57 000 Euro in die Kasse. Nextbike hat signalisiert, dass man sich nicht in der Lage sehe, das Minus auf Dauer auszugleichen.

Ärger wegen öffentlich subventionierter Leihsysteme

Nun soll es Gespräche mit dem RVR und den Städten geben (u. a. Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Essen). Betreiber Nextbike hat – ein Wink mit dem Zaunpfahl – darauf hingewiesen, dass Fahrradverleihsysteme in anderen Städten öffentlich subventioniert werden. In Köln z.B. fließen pro Jahr 400 000 Euro von den Verkehrsbetrieben. Im Ruhrgebiet waren Subventionen für den Betrieb bisher nicht vorgesehen. nach einer Anschubfinanzierung sollte sich „Metropolradruhr“ selbst tragen.

Denkbar wäre auch, dass das Angebot an Rädern und Standorten weiter ausgedünnt wird. Oder dass sich weitere Partner (z. B. Unis) engagieren und für finanzielle Entlastung sorgen. Bis März 2016 muss es Klarheit geben.