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Schlechte Noten, keine Sommerferien? Das fordert ein CDU-Poltiker aus Neuss, um Schüler zu besseren Noten zu motivieren

Schlechte Noten, keine Sommerferien? Das fordert ein CDU-Poltiker aus Neuss, um Schüler zu besseren Noten zu motivieren

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Motivation durch Ferienkürzung? Diesen Vorschlag macht jetzt ein CDU-Politiker aus Neuss und mischt den Laden damit ziemlich auf. Foto: dpa (Symbolbild)
  • Nur noch Kinder mit Einser-Schnitt sollen sechs Wochen Sommerferien haben
  • Das fordert CDU-Politiker Andreas Hamacher aus Neuss
  • Er sieht einen „erheblichen Qualitätsverlust im Schnitt der schulischen Ausbildung“
  • Mit seiner Forderung stößt er auch auf Gegenwind

Neuss. 

In Neuss hat ein CDU-Politiker eine umstrittene Forderung aufgestellt: Schlechten Schülern sollen die Sommerferien gekürzt werden. Leistungsabhängige Sommerferien für unsere Schüler? Diese Idee kommt nicht überall gut an.

Nur noch Kinder mit Einser-Schnitt sollen sechs Wochen Sommerferien haben

CDU-Poltiker Andreas Hamacher hält dieses Prinzip für einen Motivationsschub.

Er schlägt folgendes Modell vor: Schüler mit einem Einser-Schnitt sollten weiterhin sechseinhalb Wochen Sommerferien erhalten, Schüler mit einem Zweier-Schnitt fünfeinhalb Wochen und mit einem Dreier-Schnitt noch viereinhalb Wochen.

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„Erheblicher Qualitätsverlust im Schnitt der schulischen Ausbildung“

Seine Idee begründet der CDU-Politiker damit, dass das Zentralabitur zu einer zu starken Orientierung an leistungsschwächeren Schülern und zu einem „erheblichen Qualitätsverlust im Schnitt der schulischen Ausbildung“ geführt hätte, das sagte der Poltiker RP Online.

„Dies gilt unabhängig davon, dass es auch heute noch einige wenige Leuchttürme qualitativ hochwertiger schulischer Angebote gibt“ , erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU Neuss. Vor diesem Hintergrund solle darüber nachgedacht werden, wie das in der freien Wirtschaft ohnehin geltende Leistungsprinzip auch wieder in den Schulen verankert werden könnte.

Leiter der Gesamtschule hält Idee für „kompletten Blödsinn“

Für den Leiter der Gesamtschule Nordstadt kommt dieses Konzept aber nicht in Frage. Olaf Templin bezeichnet die Idee des Politikers sogar als „kompletten Blödsinn.“

„So sehr an die Aussagekraft von Schulnoten zu glauben, halte ich für gefährlich“, sagt er weiter. Er hält leistungsabhängige Sommerferien schlichtweg für unfair, weil Menschen von Natur aus unterschiedlich begabt seien. Außerdem würden individuelle Faktoren wie das soziale Umfeld und familiäre Verhältnisse ebenfalls eine Rolle bei schulischen Leistungen spielen.

Für Templin steht also fest: „Kinder sind Menschen – und eben mehr als Leistungen und Ergebnisse.“ (mj)