Eine Gasse für Krimi-„Schimmi“

Peter Toussaint

Duisburg.  Schimmi ist Kult. Ganz besonders in Duisburg, wo man den „Tatort“-Fahnder nach anfänglichem Fremdeln doch noch ins Herz geschlossen hat. Es gibt eine „Schimmi-Tour“ durch den Hafenstadtteil Ruhrort und eine Radtour zu den Original-Drehschauplätzen der „Schimanski“-Tatorte. Und vom Steiger an der „Schifferbörse“ in Ruhrort sind schon etliche Touristen an Bord des Fahrgastschiffes „Oskar“ gegangen, um sich für 38 Euro (ohne Stärkung aus der Kombüse) vom Wasser aus die Orte anzusehen, die den Fernsehmachern als typische Ruhrgebietskulisse tauglich erschienen.

Ein Erzengel ist er nicht

Für alle, die sich lieber zu Fuß auf die Spuren des Fernseh-Kommissars begeben, gibt es nun ein neues Ziel. Denn das seit kurzem „Horst-Schimanski-Gasse“ getaufte Sträßchen in Duisburg ist endlich beschildert worden. Am Anfang und am Ende der rund 30 Meter langen Gasse am Hafen prangt je ein Schild mit dem Namen des von Götz George gespielten Ermittlers. Bei Dreharbeiten für die 14. Folge soll er hier mal durchgerannt sein. Das ist fast 30 Jahre her.

Seinen Briefkopf und seinen Personalausweis muss wegen der Straßenbenennung übrigens niemand ändern. Hausnummern hat der Durchgang keine und war daher bislang ohne Namen ausgekommen. Nach einigem Streit hatten Lokalpolitiker der Bezirksvertretung dann doch noch mit Mehrheit beschlossen, die Gasse nach dem raubeinigen TV-Ermittler zu benennen.

Ursprünglich war der Name „Schimmi-Gasse“ geplant, der aber im vergangenen Jahr am Widerstand des Baurechtsamts der Stadt scheiterte. Unter anderem befürchtete man Verwechslungsgefahr mit einem weiteren berühmten „Schimmi“ aus dem Ruhrgebiet: dem früheren Fußballnationalspieler Horst Szymaniak. Außerdem gab’s von offizieller Seite Bedenken, weil Schimanski doch eine fiktive Person sei. Nur nach echten Menschen, die tatsächlich mal gelebt haben, so hieß es, könne man Straßen benennen. Die findigen Befürworter ließen sich so nicht abspeisen und führten ins Feld, dass es im Stadtteil Neudorf eine „Gabrielstraße“ gibt. Und die ist nicht nach dem SPD-Bundes-Sigmar, sondern nach dem Erzengel benannt.

Wie fiktiv oder wie echt so ein Engel ist – darüber mochte man im Rathaus dann nicht mehr streiten. Und nachdem auch der WDR sein Einverständnis signalisiert hatte, stimmte die Bezirksvertretung gegen die Stimmen von SPD und Grünen für die „Horst-Schimanski-Gasse“. Und jetzt hat sie auch zwei Schilder.