Düsseldorf

Düsseldorf: Kundgebung an Synagoge, doch eine Partei fehlt – Ministerpräsident Laschet wird deutlich

Vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf haben Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit den Vorsitzenden von SPD, Grünen und FDP eine Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.
Vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf haben Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit den Vorsitzenden von SPD, Grünen und FDP eine Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.
Foto: dpa

Düsseldorf. Nach dem Neonazi-Anschlag in Halle an der Saale am Mittwoch, bei dem der rechtsradikale Stephan Balliet zwei Menschen getötet haben soll, hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstagmorgen zu einer Gedenkaktion vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf geladen.

Düsseldorf: CDU, SPD, Grüne und FDP mit Aktion gegen Antisemitismus und Rassismus

Um 9 Uhr morgens setzte Laschet dort ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus - gemeinsam mit den Vorsitzenden von SPD, Bündnis 90/Grüne und FDP. Auffällig: Die AfD entsandte keinen Vertreter. Auf Nachfrage heißt es von Seiten der AfD, man habe sie nicht zu der Veranstaltung eingeladen.

AfD nicht eingeladen?

Damit konfrontiert, äußerte sich ein Sprecher der Staatskanzlei zurückhaltend. So heißt es zum heutigen Termin an der Neuen Synagoge bloß:

„Ministerpräsident Armin Laschet hat entschieden, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Nordrhein-Westfalen, Sebastian Hartmann MdB, den Vorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen in Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur und Felix Banaszak, sowie dem Vorsitzenden der Freien Demokratischen Partei Nordrhein-Westfalen, Minister Dr. Joachim Stamp MdL, der Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Deutschland und Nordrhein-Westfalen Ausdruck zu verleihen. Diese gemeinsame Initiative steht für sich.“

Armin Laschet: Termin „eint alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen“

Die Staatskanzlei twitterte am Donnerstag nach der Veranstaltung Zitate des Ministerpräsidenten, die er im Auftrag aller anwesenden Parteien aussprach:

  • Zum Anschlag auf die Synagoge in #Halle: "Der Kampf gegen #Antisemitismus und #Rassismus eint alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen" - Gemeinsame Erklärung von Ministerpräsident #ArminLaschet und den #NRW Vorsitzenden von SPD, Bündnis 90/Grüne und FDP. #halle0910

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• Mehr zum Anschlag in Halle:

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Laschets ganzes Statement vor der Neuen Synagoge in Düsseldorf lautet:

„Der offenkundig antisemitisch motivierte Anschlag von Halle bestürzt uns sehr. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten. Die Bilder brutaler Gewalt gegen eine Synagoge mitten in Deutschland wecken Erinnerungen schlimmster Art und lassen uns schaudern.

Judenhass darf in unserer offenen Gesellschaft keinen Platz haben - nicht heute, nicht morgen. Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus eint alle demokratischen Kräfte in Nordrhein-Westfalen. Wir stehen in unverbrüchlicher Solidarität an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Im Angesicht der Bilder aus Halle gilt dies mehr denn je.“

Mahnwache vor der Neuen Synagoge für 17 Uhr geplant

Für den Donnerstagnachmittag ist um 17 Uhr eine Mahnwache geplant. Dazu aufgerufen haben die Aktion „Respekt und Mut“ und Bastian Fleemann. Fleemann leitet die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf.

Mit Kerzen sollen Bürger, Verbände, Kirchen und Gewerkschaften am Nachmittag zur Synagoge am Paul-Spiegel-Platz kommen, um der Opfer von Halle zu gedenken. (lin)

 
 

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