Drei Verletzte bei Unwetter in NRW – und es bleibt stürmisch

Ein Sturmtief zog am Sonntagabend über NRW. In Düsseldorf hat eine Sturmböe offenbar eine Wand umgerissen. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen aus.
Ein Sturmtief zog am Sonntagabend über NRW. In Düsseldorf hat eine Sturmböe offenbar eine Wand umgerissen. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen aus.
Foto: Monika Idems
Ein Sturmtief ist Sonntagabend über NRW gezogen und hat Polizei und Feuerwehr auf Trab gehalten. In Düsseldorf stürzte eine Wand auf geparkte Autos.

Essen.. Die Wetterdienste hatten es angekündigt - und es kam tatsächlich: Ein Sturmtief hat am Sonntagabend Starkregen, Hagel und orkanartige Böen gebracht. Das Tief zog von Westen nach Osten über NRW hinweg. Hagel gab es vor allem auf der Linie Aachen/Ruhrgebiet/Paderborn.

Mehrere Verletzte durch umstürzende Bäume

Polizei und Feuerwehr waren verstärkt im Einsatz. In Düsseldorf musste sich die Feuerwehr um rund 20 Gefahrenstellen kümmern. Unter anderem sicherten die Einsatzkräfte ein Hausdach, das sich gelöst hatte. Im Stadtteil Bilk riss eine Windböe sogar eine Mauer um. Sie stürzte in eine Tiefgarageneinfahrt und auf zwei geparkte Autos. Ein Wagen wurde unter den Trümmern zerstört, verletzt wurde hier wie im ganzen Stadtgebiet aber niemand.

Auch in Oberhausen hatte die Feuerwehr viel zu tun. Bäume knickten um – Blitze entfachten zwei kleinere Hausbrände. In einem Hotel in der Innenstadt ging der automatische Feueralarm los. Auf der A42 am CentrO überschlug sich ein Auto, der Fahrer kam ins Krankenhaus.

In Altena im Märkischen Kreis schlug der Blitz in ein Haus ein – der Dachstuhl brannte komplett aus. Die Bewohner konnten sich selbst aus dem Haus retten. Verletzt wurde niemand.

In Wesel deckte der Sturm die brandneue Isolierung auf dem Flachdach eines Mehrfamilienhauses ab. Menschen kamen nicht zu Schaden. Ein Dachdecker machte sich sofort an die notdürftige Reparatur des Schadens.

Zwischen Düsseldorf und Köln war stundenlang der Fernverkehr unterbrochen: Ein Baum hatte in Leverkusen-Opladen die Oberleitung heruntergerissen. Seit 6.30 Uhr sei die Strecke wieder frei, erklärte ein Bahnsprecher. Mehr Probleme gebe es in Niedersachsen und rund um Berlin. Bei Wolfsburg ist ein Güterzug in einen umgestürzten Baum gefahren – die Strecke ist bis zum Mittag gesperrt.

Auf der A31 bei Bottrop müssen Autofahrer am Vormittag mit Wartezeiten rechnen. Dort stehen mehrere Bäume so schief, dass sie gefällt werden müssen. Betroffen ist der Zubringer auf die A2 im Dreieck Bottrop.

Verletzte dagegen gab es an anderen Orten: In Steinbeck im Kreis Steinfurt wurden laut Polizei zwei Menschen leicht verletzt, als ihr Wagen von einem Baum getroffen wurde. Auch in Köln erlitt ein Mann leichte Verletzungen, als ein Baum auf sein fahrendes Auto stürzte.

In Dortmund musste die Berufsfeuerwehr ihre freiwilligen Kollegen um Hilfe bitten. Im höher gelegenen Dortmunder Süden sorgte der Sturm für einen Stromausfall. In Schüren wurden mehrere Dächer beschädigt, ein Baum stürzte auf die A45. Ein Blitz verursachte einen Brand in der Kirche, der aber kaum Schaden anrichtete.

Autobahnabfahrt wegen Aquaplanings gesperrt

In Essen zählte die Feuerwehr gegen 22 Uhr etwa ein halbes Dutzend Einsätze: von Häusern herabgestürzte Dachpfannen, aus Bäumen gerissene Äste und eine umgestürzte Plakatwand. Größere Schäden wurden bis dato nicht gemeldet, hieß es.

Andauernder Regen hatte bereits am Sonntagmachmittag für glatte Straßen gesorgt. In Meerbusch-Büderich musste die Anschlussstelle der A52 Richtung Mönchengladbach für eine Stunde gesperrt werden, teilte die Polizei mit. Gullys waren vollgelaufen, die Ab- und Auffahrt von Wasser überflutet: "Aquaplaninggefahr".

Auch auf der A40 in Essen stand zeitweise das Wasser knöchelhoch auf den Fahrbahnen. Mehr Unfälle als sonst habe man am späten Nachmittag in der Region jedoch nicht festgestellt, hieß es bei der Autobahnpolizei Düsseldorf,

Weitere Sturmböen und Starkregen erwartet

Es bleibt feucht in den nächsten Tagen: Auch am Montag bleibt es stürmisch. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen bis zu 115 Stundenkilometer: "Bäume können entwurzelt werden, Dachziegel von Dächern fallen".

Am Dienstag wird gar mit einem Orkantief gerechnet; wie stark der Wind dann wirklich wird, konnte man am Sonntagabend jedoch noch nicht abschätzen, hieß es bei er Meteogroup. Zum Ende der Woche sei gar mit Schnee zu rechnen - in höheren Lagen ab 500 Metern Höhe, also etwa im Sauer- und im Siegerland.

Die Temperaturen werden wenig frühlingshaft ausfallen: Montag und Dienstag wird an Rhein und Ruhr von Höchsttemperaturen um die 10 Grad Celsius ausgegangen; kältere Meeresluft strömt nach NRW. Die zweite Wochenhälfte bringt dann kältere Luft. "Nachts kann dann auch die Gefriermarke unterschritten werden", sagt Meteorologe Karsten Kürbis - auch an Rhein und Ruhr. (dae/WE)

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