Veröffentlicht inRegion

76,8 Millionen – Eurojackpot-Gewinner hatte unruhige Ostern

dpa_1490FA000BA3C35F.jpg
Geldscheine Foto: dpa
  • Ein Mann im Rhein-Sieg-Kreis ist seit heute um 76,8 Millionen Euro reicher
  • Der Gewinner hatte unruhige Ostern: „Er hat immer wieder nachgeschaut, ob sein Schein noch da war“
  •  Der Gewinner sollte vor allem eines beherzigen, rät man bei Westlotto: Stillschweigen

Essen. 

Beim Unternehmen Westlotto hätte man das Geld bereits am vergangenen Freitag überweisen können. Doch den 1. April sah man als das denkbar ungünstigste Datum für eine solche Summe an: 76,8 Millionen Euro hat ein Mann aus dem Rhein-Sieg-Kreis am Karfreitag beim Eurojackpot gewonnen. Eine Woche darauf sei geklärt gewesen, dass der Gewinner stimmt und sein Eurojackpot-Tippschein der echte ist. Doch das Geld wird erst an diesem Montag auf seinem Konto landen. „Die Überweisung ist unterschrieben“, sagte Westlotto-Sprecher Axel Weber.

Details zu dem Mann, der laut Westlotto bis dato gelegentlich Lotto spielte, verrät man angesichts der Summe nicht. Und auch der Gewinner selbst sollte vor allem eines beherzigen, rät man bei Westlotto: Stillschweigen.

Eurojackpot-Rekordgewinner hatte unruhige Ostertage

Drei ‚goldene Regeln‘ geben die Experten aus dem „Großgewinner-Team“ von Westlotto ohnehin den Menschen an die Hand, deren Lotto-Glück besonders groß ist:

  • Lotto-Großgewinner sollten Ruhe bewahren und Stillschweigen – über einige Wochen.
  • Millionengewinner sollten sich, noch bevor sie das Geld erhalten, bei seriösen Instituten in Finanzdingen beraten lassen, und
  • sie sollten keine überstürzten Entscheidungen treffen.

Der Eurojackpot-Rekordgewinner aus dem Rhein-Sieg-Kreis habe bei Westlotto jedenfalls nicht den Eindruck gemacht, künftig mit dem Geld um sich werfen zu wollen. Erst nach Ostern habe er sich bei Westlotto gemeldet. Und bei persönlichen Treffen mit den Westlotto-Experten habe er einen „professionellen Eindruck“ gemacht, berichtet Sprecher Axel Weber: „Ihm war völlig klar, dass er mit dem Geld solide umgehen muss und dass er sich Zeit lassen kann“. Gleichwohl seien es für ihn wohl ziemlich unruhige Ostertage gewesen, sagt Weber: „Er hat immer wieder nachgeschaut, ob sein Lottoschein noch da war“. Immerhin war der Zettel so viel Wert, wie zum Beispiel mehr als 2,2 Tonnen Gold oder mehr als 500 Mercedes Maybach-Limousinen.

Millionengewinn sorgt für Freude – und dann meist für einen Schock

„Nach der ersten Freude über einen Millionengewinn folgt bei Lottogewinnern in der Regel eine Art positiver Schock“, sagt Axel Weber: „Sie haben plötzlich das Gefühl, dass sie eine Herausforderung bewältigen müssen“. Das Leben, sagt Weber, „steht plötzlich vor einer ungeahnten Wende“. Vor allem bei einem Rekordgewinn wie dem vom Eurojackpot gelte es für den Gewinner nun, „sich Fragen zu beantworten: Was ist für mich wichtig im Leben, was will ich mit meinem Leben machen?“

Was der Gewinner mit seinen Millionen macht, ist nicht mehr Sache von Westlotto, sagt Axel Weber: „Wir geben keine Finanzberatung“. Wohl aber Hinweise, etwa für Gewinner aus ländlichen Gebieten: Sie sollten sich einen Millionengewinn besser nicht auf ihr angestammtes Konto bei der Bank im Dorf oder der Kleinstadt überweisen lassen – „das spricht sich vor Ort dann garantiert ganz rasch herum“. Auch innerhalb der Familie sei es besser, einen Gewinn – noch dazu bei einer solchen Rekord-Summe – erstmal für sich zu behalten. „Wir hatten schon Gewinner, die unsere Betreuer nicht zuhause treffen wollten, sondern auf einem Autobahnrastplatz“, erinnert sich Weber. Und es komme auch vor, dass Gewinner verlangten: „Meine Frau darf von dem Gewinn nichts wissen.“

Dass man bei Westlotto den Riesengewinn nicht bereits am 1. April überweisen wollte, war reine Vorsicht: „Eine so hohe Summe wird womöglich bei der Bank für einen Überweisungsfehler gehalten und spricht sich dann garantiert herum“.

Hintergrund: Die Gewinnchancen beim Eurojackpot stehen 1 zu 95 Millionen. Es gilt, fünf aus 50 Ziffern anzukreuzen und 2 aus 10 der sogenannten Eurozahlen. Der Rekordgewinner aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte die Zahlen übrigens nicht selber gewählt, sondern den „Quick-Tipp“-Modus. Ein Zufallsgenerator im Tipp-Computer wählte die Zahlen aus.