Wohnungsmarktreport: Wo es im Revier am teuersten ist

Foto: Hans Blossey
Im Ruhrgebiet steigen die Mieten meist nicht so stark wie in anderen Regionen. Die Unterschiede innerhalb der Städte sind allerdings sehr groß.

Essen.. Der rasante Anstieg der Wohnungsmieten erfasst immer mehr auch mittelgroße Städte abseits der großen Ballungsräume. Längst sind es nicht nur die boomenden Metropolen München, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg, in denen das Mietniveau durch die Decke schießt.

Auch in Städten wie Dresden, Freiburg, Stuttgart oder Mainz wird Wohnen spürbar teurer. Im Ruhrgebiet ist die Miete dagegen nach wie vor ein vergleichsweise günstiger Kostenfaktor im Budget, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Nur in Dortmund zieht das Mietpreisniveau überdurchschnittlich an.

Das jedenfalls geht aus dem „Wohnungsmarktreport Deutschland 2016“ hervor, den das international tätige Beratungsunternehmen CBRE im Auftrag des Bochumer Immobilienkonzerns Vonovia erstellt hat. Für den Report durchforsteten die CBRE-Experten Hunderttausende Mietangebote aus den ersten drei Quartalen der Jahre 2012 bis 2015 in 29 deutschen Großstädten, darunter Essen, Duisburg und Dortmund. Die Studienautoren ermittelten dabei die aktuellen Durchschnittsmieten bis auf Stadtbezirksebene hinunter.

Duisburg billig, Rüttenscheid teuer

Zu den teuersten Wohngegenden für Mieter im Revier zählen der Essener Südwesten und die Gegend um den Dortmunder Phoenixsee mit Quadratmeterpreisen von bis zu 10 Euro. Überdurchschnittliche Mietpreise werden auch im Essener Ausgehviertel Rüttenscheid und in weiten Teilen der Dortmunder City (Kreuz- und Kaiserstraßenviertel) erzielt.

Auf dem Duisburger Wohnungsmarkt dagegen existiere „ein Hochpreissegment faktisch nicht“. Mehr als drei Viertel der Duisburger Wohnungen wurden unter 6 Euro/qm angeboten. Insgesamt beträgt die Durchschnittsmiete in Duisburg 5,30 Euro/qm und liegt damit nochmals unter dem im Gesamtvergleich der 29 untersuchten Städte niedrigen Mietniveau in Essen und Dortmund von je 6 Euro (siehe Tabelle). In allen drei Revierstädten gibt es einen großen Anteil von Wohnungen, die für unter 5 Euro/qm zu haben sind. Dennoch attestieren die Studienautoren einen leichten Aufschwung auf dem Wohnungsmarkt.

Als einzige der drei Revierstädte rangiert Dortmund in den Top Ten der deutschen Städte mit den höchsten Mietsteigerungen in Deutschland (16 Prozent seit 2012). Spitzenreiter ist hier Berlin mit einem Anstieg von 20 Prozent. Damit macht die Hauptstadt trotz Mietpreisbremse (siehe Infobox)zwar den größten Sprung bei den Wohnungskosten, ist aber beileibe nicht das teuerste Pflaster für Mieter. München und Frankfurt schießen hier den Vogel ab – mit Durchschnittsmieten von nahe 15 beziehungsweise von 12 Euro/qm. In Münchens Szeneviertel Schwabing ermittelten die CBRE-Fachleute sogar eine Nettokaltmiete von durchschnittlich 18,38 Euro/qm. In Frankfurt liegen nahezu 80 Prozent aller Mietangebote oberhalb von 10 Euro/qm. In Hamburg und Mainz sind es über 50 Prozent, in Köln 48 Prozent, in Berlin und Düsseldorf jeweils 38 Prozent. In Essen findet man nur 2,3 Prozent der Wohnungsangebote in dieser Preiskategorie (Dortmund: 3,1 Prozent).

In Duisburg 92 Prozent der Wohnungen unter 7 Euro/qm

Wie sehr der Markt auseinanderklafft, zeigt auch dieser Vergleich: In Stuttgart gab es nur magere 3,3 Prozent der Wohnungen, die für eine Miete unterhalb von 7 Euro/qm zu haben waren. In Duisburg sind es über 92 Prozent.

Nach Ansicht von Vonovia-Vorstandsmitglied Klaus Freiberg sind die zunehmende Wohnraumknappheit in den Metropolen und der dadurch ausgelöste Mietpreisanstieg die Folge einer starken Binnenwanderung und des Trends zu immer mehr Wohnfläche pro Person. Sie hätten nichts mit dem aktuellen Flüchtlingszuzug zu tun.

 
 

EURE FAVORITEN