Warum NRW-Landesbeamte überdurchschnittlich krank sind

NRW-Fahne vor dem Wirtschaftsministerium (Mannesmann-Hochhaus) in Düsseldorf. Die Landesbeamten an Rhein und Ruhr sind häufiger krank als ihre angestellten Kollegen.
NRW-Fahne vor dem Wirtschaftsministerium (Mannesmann-Hochhaus) in Düsseldorf. Die Landesbeamten an Rhein und Ruhr sind häufiger krank als ihre angestellten Kollegen.
Foto: picture alliance / dpa
Die Behörden in NRW überaltern: Der Anteil der über 55-Jährigen liegt deutlich über dem Durchschnitt. Das hat auch Auswirkungen auf die Krankentage.

Düsseldorf. Die NRW-Landesbehörden überaltern: 2014 ist der Anteil der Beschäftigten über 55 Jahre erneut angestiegen. Während 22,7 Prozent der Landesbediensteten älter als 55 Jahre alt waren, lag die Quote bei allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei nur 17,2 Prozent. Beamte in der Landesverwaltung waren häufiger krank als angestellte Kollegen.

Beamte häufiger krank geschrieben als Angestellte

Nach der aktuellen Krankenstandserhebung der Landesregierung waren Beamte in der NRW-Landesverwaltung an 7,5 Prozent der Arbeitstage krank – Angestellte wurden für 6,2 Prozent der Werktage attestpflichtig krank geschrieben. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) fürchtet, dass der Krankenstand in der Landesverwaltung aufgrund des zunehmenden Alters der Beschäftigten weiter ansteigen wird. Insgesamt waren die rund 143.000 Beschäftigten durchschnittlich rund 18 Tage im Jahr 2014 krank.

Die Statistik weist allerdings weiterhin keine Krankentage für die rund 180.000 Lehrer aus. Auch die für das aktuelle Schuljahr geplante elektronische Erfassung musste aufgrund von Software-Fehlern vom Statistischen Landesamt (IT.NRW) verschoben werden.

Höchste Krankenquote im "einfachen Dienst"

Die Überalterung in den Landesbehörden zeigt sich auch bei dem geringen Anteil der jungen Beschäftigten unter 36 Jahre. Einer Quote von 22 Prozent in der Verwaltung steht eine mit knapp 32 Prozent deutlich größere Vergleichsgruppe der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Wirtschaft gegenüber.

Weibliche Beschäftigte sind nur geringfügig häufiger krank als männliche Beschäftigte in NRW-Behörden. Die Krankenquote lag im einfachen Dienst mit zwölf Prozent am höchsten, im höheren Dienst mit nur 3,7 Prozent am geringsten.

Laut Studie hat das Arbeitsministerium in NRW die ältesten Mitarbeiter: Hier sind bereits 37 Prozent älter als 55 Jahre. Dagegen beschäftigt das Innenministerium nur 20 Prozent ältere Mitarbeiter. Ein Grund: Polizisten gehen mit spätestens 62 Jahren in Pension. Trotzdem wirkt sich die hohe Belastung der Polizeibeamten auch negativ auf die Krankenstände aus. Mit einer Krankenquote von 8,6 Prozent der Arbeitstage liegt das Innenministerium deutlich über dem Durchschnitt der Ministerien mit rund sieben Prozent.

 
 

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