Unis schottensich ab vor demDoppeljahrgang

Matthias Korfmannund Ingo Schmidt

Dortmund.  Das Deutsche Studentenwerk warnt vor einem regelrechten Numerus-clausus-Boom: „Inzwischen haben mehr als die Hälfte der 16 000 Studiengänge in Deutschland eine örtliche Zulassungsbeschränkung“, heißt es. Jüngstes Beispiel in einer Zeit, in der besonders viele junge Menschen ein Studium beginnen wollen, ist die Technische Universität (TU) Dortmund. Dort wird der Zugang zu Lehramtsfächern erschwert. Wie die TU bestätigt, soll zum Wintersemester 2013/14, wenn der doppelte Abiturjahrgang an die Uni drängt, die Zahl der Studienplätze im Fach „Bildungswissenschaften“ zurückgefahren werden. Dies würde automatisch alle Lehramtsstudien außer Sonderpädagogik treffen.

Kompliziertes Auswahlverfahren

Auch andernorts wird der Numerus clausus immer wichtiger. Die Uni Köln etwa bietet 140 grundständige Studiengänge an; fünf ohne Zulassungsbeschränkung. Ansonsten gilt ein kompliziertes Auswahlverfahren. Für Germanistik (Bachelor) benötigten Bewerber am Rhein zum Wintersemester 2012/13 entweder einen Abischnitt von 1,7, vier Semester Wartezeit und einen Schnitt von 3,3 oder die Note 2,3 im Uni-internen Auswahlverfahren – vergleichbar mit der Uni Duisburg-Essen, die 117 Studiengänge bietet, von denen ab kommendem Wintersemester nur noch sechs statt bislang 61 zulassungsfrei sind. Auch bei der beliebten Betriebswirtschaftslehre war die Eins vorm Komma auf dem Abizeugnis notwendig: Der Campus Essen zählte 5048 Interessenten. Ein Schnitt von 1,9 reichte gerade. Köln forderte eine 1,2.