Erdogan lässt Besiktas-Fan abführen – aus Wut über dieses Video

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ einen Besiktas-Fan in Gewahrsam nehmen. (Symbolbild)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ einen Besiktas-Fan in Gewahrsam nehmen. (Symbolbild)
Foto: imago/Xinhua

Istanbul. Den Denkzettel bei den Kommunalwahlen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan offenbar noch nicht verdaut. Zwar holte die islamisch-konservative Partei AKP im Bündnis mit der ultrarechten MHP landesweit die meisten Stimmen. Doch die Hauptstadt Ankara und alle wichtigen Städte hat die regierende Partei des türkischen Präsidenten verloren.

Besonders die knappe Niederlage in Istanbul macht Recep Tayyip Erdogan zu schaffen. Das mündete zuletzt in der Festnahme eines Besiktas-Fans.

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In den Fußballstadien der Metropole erhielt Imamoglu am Wochenende emotionale Unterstützung. Videos in den Sozialen Medien zeigen, wie Fans von Besiktas Istanbul beim Duell gegen Erdogans Lieblingsclub Basaksehir im Stadion skandieren: „Gebt ihm die Ernennungsurkunde. Gebt ihm die Ernennungsurkunde. Gebt ihm die Ernennungsurkunde.“

Gleiches Bild beim Spiel von Galatasaray Istanbul. Auch hier forderten die Fans, dass das Wahlergebnis von vor zwei Wochen endlich anerkannt wird und Ekrem Imamoglu als Bürgermeister ernannt wird:

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Erdogan lässt Besiktas-Fan in Gewahrsam nehmen – wegen eines Twitter-Videos

Ein Nachspiel hat das Fußball-Wochenende allerdings besonders für einen bestimmten Besiktas-Fan. Sein Name ist Mustafa Sönmez. Der prominente Wirtschaftswissenschaftler hatte nach dem Sieg seiner Mannschaft am Samstagabend über Basaksehir ein Video bei Twitter hochgeladen.

Es zeigt wie Besiktas-Fans den Sieg über Erdogans Herzenzsclub mit Bier feiern und singen: „Prost, Tayyip!“:

Daraufhin wurde Mustafa Sönmez noch am Sonntag vorübergehend in Gewahrsam genommen. Nach stundenlangen Verhör wurde der Ökonom wieder auf freien Fuß gesetzt.

Besiktas-Fan wegen Volksverhetzung verhört

Ihm werde die Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Volksverhetzung vorgeworfen, teilte Mustafa Sönmez später bei Twitter mit.

Gegen ihn wird nun wegen des Videos im Anschluss an den Besiktas-Sieg am Wochenende ermittelt. Außerdem geht es um einen Tweet, in dem er den neuen Istanbuler Flughafen als „dümmstes Projekt“ der Geschichte der türkischen Republik bezeichnet habe. (ak)

 
 

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