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Stellvertretende Schulleiter gehen in NRW leer aus

Düsseldorf. 

Die Freude über die angekündigte bessere Besoldung von Schulleitern in NRW hielt in vielen Lehrerkollegien nur drei Tage. Denn nun stellt sich heraus, dass davon zwar die 2800 Schul-Rektoren an Grund- und Hauptschulen profitieren sollen, nicht aber ihre Stellvertreter. „Das ist ungerecht. Jetzt brennt der Baum“, sagte der Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Beckmann. Der Verband hat umgehend einen Protestbrief an NRW-Schulministerin Löhrmann (Grüne) geschickt und gefordert, dass auch die Konrektoren besser bezahlt werden.

Der VBE sei davon ausgegangen, dass die Gehaltserhöhungen die gesamten Schulleitungen betreffen, heißt es in dem Schreiben. Angesichts der „riesigen Zahl an unbesetzten Konrektorstellen“ sei das Vorgehen von Rot-Grün „nicht nachvollziehbar“. Es bringe neue Unruhe in die Schulen.

Zu Wochenbeginn hatten die Pädagogenverbände der Landesregierung noch Lob gezollt: Die Besoldung von Rektoren, die bislang nach A 12 oder A 13 bezahlt werden, soll um eine Stufe angehoben werden. Den Schulleitern beschert das zwischen 300 und 500 Euro brutto mehr im Monat. Das Land reagiert damit auf das Problem, dass in NRW 745 Rektoren-Stellen unbesetzt sind, allein an den Grundschulen fehlen 345 Chefs. Die bessere Besoldung soll diese Arbeit attraktiver machen.

Die Zahl offener Konrektor-Stellen ist aber in NRW mit 1248 noch viel höher. Allein an den Grundschulen fehlen 670 Stellvertreter. Der Konrektor einer Grund- oder Hauptschule (A 12) bekommt zu seiner normalen Lehrerbesoldung nur einen Zuschlag von rund 87 Euro, rechnet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor. Die Bereitschaft, für so wenig Geld viel Mehrarbeit zu leisten, halte sich verständlicherweise in Grenzen.

Das NRW-Schulministerium bestätigte, dass die bessere Besoldung nur für Schulleiter geplant sei. Bei ihnen habe es „den größten Handlungsdruck“ gegeben. Nicht alle Schulen hätten einen stellvertretenden Chef. In der angespannten Haushaltssituation habe man sich dazu entschieden, die Konrektoren nicht zu berücksichtigen.