Proteste nach Wall-Street-Vorbild erreichen NRW

DerWesten
Die Anhänger von „Echte Demokratie Jetzt“ fühlen sich mit den Zielen der „Occupy Wall Street“-Bewegung (Besetzt die Wall Street) verbunden. (Foto: ap)
Die Anhänger von „Echte Demokratie Jetzt“ fühlen sich mit den Zielen der „Occupy Wall Street“-Bewegung (Besetzt die Wall Street) verbunden. (Foto: ap)
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Düsseldorf. Sie fordern mehr Transparenz der Finanzmärkte und den Rücktritt von Merkel: Die Anhänger von „Echte Demokratie Jetzt!“ rufen am Wochenende zu bundesweiten Protesten auf, unter anderem in Düsseldorf. Die Bewegung sympathisiert mit den Demonstranten an der Wall Street.

Die internationalen Proteste gegen die Finanzindustrie könnten sich bald auch auf Deutschland ausweiten. Für Samstag (15. Oktober) ruft die Bewegung „Echte Demokratie Jetzt!“ zu Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet auf. „Wir sehen uns in einer Linie mit der ‘Occupy Wall Street’-Bewegung“, sagte der Attac-Sprecher Nick Nagler. Die Bewegung „Occupy Wall Street“ (Besetzt die Wall Street) entstand im vergangenen Monat in New York und weitete sich inzwischen auf andere Städte aus. Sie richtete sich gegen die Macht der Banken.

In über 40 deutschen Städten, darunter auch ab 15 Uhr in Düsseldorf, seien bereits Demonstrationen und Versammlungen angemeldet worden, teilte die Bewegung mit. Die internationale Demokratiebewegung hatte für das Wochenende zu weltweiten Protesten aufgerufen.

„Es muss das Primat der Politik über die Finanzwirtschaft hergestellt werden. Das kann aber nur gelingen, wenn auch die Politik wieder unter demokratische Kontrolle gebracht wird“, erklärt Nagler. „Wir brauchen Menschen, die abseits von Organisationen wie Parteien oder Gewerkschaften ihre kollektive Intelligenz nutzen, um die Demokratie voranzubringen.“

Anhänger fordern Rücktritt von Merkel

Die wohl größte Demonstration in Deutschland wird in Frankfurt am Main erwartet. Bei einer Protestveranstaltung vor der Europäischen Zentralbank rechnen die Veranstalter mit mehreren Tausend Menschen. In Berlin wollen die Aktivisten vom Roten Rathaus zum Kanzleramt marschieren.

Zu den konkreten Forderungen der Bewegung, die sich als offenes Netzwerk versteht, gehört die Stärkung direkter Demokratie, der Stopp von finanziellen Anpassungs- und Rettungsplänen und der Rücktritt der Bundesregierung. (dapd)