NSU wird von „Blood and Honour“ unterstützt

David Schraven
Verbotenes Propagandamaterial von „Blood an Honour“ – ausgestellt vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Verbotenes Propagandamaterial von „Blood an Honour“ – ausgestellt vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Foto: AP
Das rechtsradikale Terrornetzwerk NSU erhält Unterstützung aus den verbotenen Blood-and-Honour-Gruppen unterstützt. Dabei spannen sich die Drähte aus NRW bis in den Osten. Die Zellen funktionieren nach dem Prinzip des "führerlosen Widerstandes".

Essen. Etliche Unterstützer des Terrornetzes NSU stammen nach Recherchen der WAZ-Mediengruppe aus dem Umfeld der in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Gruppen.

Besonders die Drähte der militanten Neonazis zum so genannten Combat-18 Netzwerk sind brisant. Bei diesem Netz handelt es sich um kleine Zellen, die sich unter dem Dach der „Blood & Honour“-Gruppen organisiert ha­ben. Die Zellen funktionieren nach dem Prinzip des „führerlosen Widerstandes“. Jede Zelle handelt autonom und ist nur dem gemeinsamen Ziel verbunden, Ausländer und Andersdenkende zu bekämpfen oder auch zu töten. Waffen und Geld für den Terror werden getrennt beschafft. Auch die Combat-18-Gruppen sind in Deutschland verboten.

Dortmunder Nazis pflegen engen Kontakt zu Combat-18-Gruppen aus dem Osten

Dessen ungeachtet pflegten gerade Dortmunder Neonazis mit engen Combat-18-Kontakten ihre Drähte nach Osten. Ein Mitglied der Dortmunder Combat-18-Szene kam beispielsweise aus Frankfurt an der Oder. Aber auch die Kontakte zum belgischem Blood & Honour-Untergrund waren von Dortmund aus eng. Etwa zur Gruppe „Bloed Bodem Eer Trouw“ (BBET), die 2006 wegen einer Reihe von geplanten Attentaten aufflog, die Islamisten in die Schuhe geschoben werden sollten.

Der Tatort des Dortmunder NSU-Terrormordes an einem Kioskbesitzer lag in direkter Nähe zur Nazi-Kneipe „Deutscher Hof“, in der sich oft Anhänger des lokalen Combat-18-Netzes trafen.