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NRW hilft den Flutopfern

Dortmund. 

Mit beispielloser Solidarität antwortet das Ruhrgebiet auf die Hilferufe der Hochwasser-Opfer. Hunderte Helfer aus dem Revier haben sich auf den Weg in die Katastrophengebiete gemacht: Feuerwehrleute, Rettungsschwimmer, Bergungs-Experten, Reservisten der Bundeswehr. „Einen so großen Einsatz hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben“, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

Das Technische Hilfswerk (THW) in Nordrhein-Westfalen hat 500 Katastrophenschützer nach Sachsen und Sachsen-Anhalt geschickt, darunter mehr als 200 aus Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum, Hattingen und Hagen. Sie werden Deiche abdichten, Wasser abpumpen, Menschen und Tiere retten.

In Niedersachsen kämpfen Feuerwehrleute aus Dortmund, Hamm, Unna, Soest, Bochum und dem Ennepe-Ruhr-Kreis gegen die steigende Flut der Elbe. Ihr Einsatzgebiet ist der Kreis Lüchow-Dannenberg.

Aus NRW wurden 1,3 Millionen Sandsäcke in die betroffenen Regionen geschickt. Allein die Feuerwehren im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland brachten 120 000 Sandsäcke nach Schönebeck an der Elbe.

Die Unterstützung wird dringend benötigt, weil viele Retter erschöpft sind. Am Donnerstag starb in Sachsen-Anhalt ein Helfer beim Sandsack-Füllen.

DGB-Chef Michael Sommer fordert die Arbeitgeber in Deutschland angesichts der Hochwasserkatastrophe zu einem großzügigen Umgang mit Fehlzeiten von Betroffenen und Helfern auf. Es sei nicht die Zeit, Anwesenheitslisten zu führen. „Wer um sein Hab und Gut kämpft oder als Freiwilliger Sandsäcke befüllt, braucht den Rückhalt seines Arbeitgebers“, sagte Sommer dieser Zeitung.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) registriert viele Anfragen von Menschen, die in den Flutgebieten helfen wollen. Experten raten aber dringend ab, auf eigene Faust in die Hochwassergebiete zu fahren. Der Drang, mit anpacken zu wollen, „ist wunderbar“, lobt DRK-Sprecherin Anja Martin: „Doch die Hilfe muss koordiniert sein“, sonst entstehe vor Ort „ein großes Getümmel“. Ihr Rat: Besser spenden als hinfahren.

In den überfluteten Gebieten konnte auch gestern keine Entwarnung gegeben werden, vor allem an Elbe und Donau müssen die Menschen weiter bangen. Große Verunsicherung herrscht auch in Niedersachsen, wo die Flutwelle zum Wochenende erwartet wird.