Neue Uniformen für die Fahrrad-Polizisten in NRW

In Münster ahndet ein Polizist pro Streifenschicht 60 bis 70 Verstöße.
In Münster ahndet ein Polizist pro Streifenschicht 60 bis 70 Verstöße.
Foto: dapd
In Nordrhein-Westfalen treten 700 der 40.000 Polizeibeamten im Streifendienst in die Pedale. Jetzt haben sie neue Uniformen.

Düsseldorf.. Seit zehn Jahren gehören Fahrradstreifen der Polizei zum Straßenbild. Ab sofort werden auch die Radstaffeln in 39 Polizeibehörden mit der neuen blauen Uniform ausgerüstet. Für ihren speziellen Einsatz entworfen wurde eine leuchtend gelbe Multifunktionsweste, in der auch das Funkgerät verstaut wird.

Unter den 40 000 Polizisten in NRW sind sie ein wenig die Exoten. Dabei machen die 700 Männer und Frauen, die ihren Dienst auf dem Fahrrad versehen, einen wichtigen Teil im Einsatzkonzept der Polizei aus. Der Streifendienst auf dem Mountainbike ahndet nicht nur Verkehrsverstöße von Fußgängern und Radfahrern. Er jagt manchmal auch Verbrecher – und nimmt die Verfolgung auf, wo motorisierte Kollegen passen müssen.

Erfolgreiche Verfolgung per Rad

Ein Beispiel schildert Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Münster, wo gestern die neue Uniform der Radpolizei vorgestellt wurde. Nach einem Bankraub waren dort drei Männer in engen Seitenstraßen der City untergetaucht, wo der Streifenwagen nicht hinterherkam. Dem bei der Fahndung eingesetzten Zweirad-Kollegen gelang es dagegen, einen der Täter in einer Gasse aufzuspüren und festzunehmen. Seine Komplizen wurden ermittelt, die Beute wurde sichergestellt.

Dass die 12 Münsteraner Beamten schnell am Einsatzort sind, löst nicht immer die pure Freude bei Verkehrssündern auf dem Zweirad aus. Auf dem 300 Kilometer langen Radwegenetz der Stadt ahndet ein Polizist pro Streifenschicht 60 bis 70 Verstöße: Radler, die eine Behindertenrampe benutzen, entgegen der Einbahnstraße fahren oder auf der falschen Straßenseite. Dabei gelten Radfahrer, denen ein Bußgeld droht, oft als weniger einsichtig als Autofahrer. „Manche betrachten die Regeln der Straßenverkehrsordnung eher als Empfehlung“, sagt Wolfgang Beus vom Innenministerium.

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