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In Chemnitz fallen alle Hemmungen: Mehrere Demonstranten zeigen Hitlergruß – direkt vor Polizisten und Kameras

Chemnitz: Ein Stadt zwischen Trauer und Hetze

Die Bereitschaftspolizei sichert mit Hunderten Beamten die Veranstaltungsorte von linken und rechten Kundgebungen und versucht, ein Zusammentreffen zu verhindern.

  • Nach den Ausschreitungen in Chemnitz ließ RTL einen Reporter in einer Live-Schalte zu Wort kommen
  • Ihm liefen zwei Männer ins Bild, einer reckte mehrfach seinen ausgestreckten Arm in die TV-Kamera
  • Nicht der einzige Fall dieser Art in den letzten Tagen in Chemnitz

Chemnitz. 

Am Montagabend meldet sich der RTL-Reporter Thomas Präkelt live aus Chemnitz im „RTL Nachtjournal“. Während er die Lage in der Stadt einschätzt, laufen ihm zwei offensichtlich betrunkene Männer ins Bild, einer davon streckt mehrfach seinen rechten Arm in die Luft und sagt: „Grüße!“

Einige Twitter-User teilten Screenshots der Szene oder kurze Videos in dem sozialen Netzwerk. Sie erkennen in der Geste während der Live-Schalte einen Hitlergruß. Das Symbol, der ausgestreckte rechte Arm, wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland verboten.

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Präkelt ließ sich nicht beirren

Die Verwendung des Zeichens steht durch das Strafgesetzbuch unter Strafe. Der Reporter Thomas Präkelt sprach seinen Text währenddessen unbeirrt weiter. „Die sind irgendwie betrunken, da müssen wir jetzt nicht so drauf hören“, sagte Präkelt.

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Während der Ausschreitungen in Chemnitz am Sonntag und am Montag soll es mehrfach zum offenen Zeigen des Hitlergrußes gekommen sein. Warum sich die Polizei zurückhält. Sie leitete bislang zehn Ermittlungsverfahren deswegen ein.

Auf TV-Bildern ist eindeutig zu erkennen, dass einige Demonstranten den rechten Arm direkt vor Polizisten ausstrecken – ohne Reaktion der Einsatzkräfte.

Einige Twitter-User erkennen darin, dass die Polizei nicht direkt eingriff, ein Zeichen für eine unterbesetzte Polizei vor Ort. Die Polizei selbst spricht von einer Deeskalationstaktik.

Live in den Nachrichten

Am meisten verwundert sind die Twitter-User über den jungen Mann aus der RTL-Schalte, der mit einer Strafe rechnen muss. „So besoffen kann niemand sein, dass er nicht kapiert, dass er mit seinem Gruß in die Nachrichten kommt“, kommentiert ein Twitterer.

Seit einem tödlichen Vorfall in der Nacht zu Sonntag kommt es in Chemnitz zu heftigen Ausschreitungen. (dahe)

Die ganze Sendung des „RTL Nachtjournal“ ist in der RTL-Mediathek zu sehen.