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Hessen macht einen kräftigen Ruck nach rechts

Hessen macht einen kräftigen Ruck nach rechts

Haiger/Marburg. 

272 Kilometer ist die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen lang. In den Köpfen gibt es sie nicht wirklich. Seit der Kommunalwahl am Sonntag tun sich zwischen den Bundesländern tiefe Gräben auf. Politisch gesehen. Warum? Weil durch Hessen ein Ruck nach rechts gegangen ist.

Die Alternative Liste für Deutschland (AfD) kommt aus dem Stand auf ein zweistelliges Ergebnis und ist nach den vorläufigen Endergebnissen mit 13,2 Prozent drittstärkste Partei im Land.

Nicht viel anders sehen die Ergebnisse in den Kreisen aus, die an Südwestfalen grenzen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg haben 12,8 Prozent die AfD gewählt. Hier zählen die Grünen mit 8 Prozent von 14,3 Prozent im Jahr 2011 zu den Verlierern. SPD und CDU liegen mit 31,6 und 27,8 Prozent nicht weit auseinander.

FDP gewinnt in Frankenberg

In Frankenberg dagegen hat die CDU mit 37,6 Prozent (2011: 38,2 Prozent) nur geringfügig verloren. Die SPD hingegen mit 33,3 Prozent (2011: 29,4 Prozent) sogar zugelegt. Gewinner im Ort ist die FDP, die sich im Vergleich zu 2011 von 4,5 auf 13,6 Prozent verbessert hat.

Auch in der Kreisstadt Korbach haben, abgesehen von den Grünen (2011: 17,3 Prozent/2016: 9,4 Prozent) die großen Parteien CDU mit 25,9 Prozent (2011: 26,9 Prozent) und die SPD mit 33,7 Prozent (2011: 34,7 Prozent) nur geringe Verluste zu beklagen.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf kann die AfD in absoluten Zahlen 622 986 Stimmen (14,1 Prozent) für sich verbuchen. Die CDU fällt von 33,45 Prozent im Jahr 2011 auf 26,22 Prozent, die SPD von 36,25 auf 33,96 Prozent. Zu den Verlierern zählen auch hier die Grünen – von 16,41 auf 9,45 Prozent. Für die Liberalen gibt es nichts zu gewinnen: 2011: 2,51 Prozent, 2016: 3,8 Prozent.

Im Lahn-Dill-Kreis haben nach den vorläufigen Zahlen 9,4 Prozent die AfD gewählt. CDU: 31,2 Prozent, SPD: 29,8 Prozent, Grüne: 8,5 Prozent, FWG: 9,8 Prozent und FDP: 5,6 Prozent. In Haiger ist die AfD mit 10,7 Prozent die drittstärkste Partei hinter der SPD mit 24,8 Prozent und der CDU mit 42,9 Prozent. Grüne: 4,8 Prozent, FDP: 4,8 Prozent und FWG: 7,2 Prozent.

Zum dritten Mal gewählt

In Willingen, das darf nicht unerwähnt bleiben, ist der Christdemokrat Thomas Trachte mit 86,1 Prozent zum dritten Mal in Folge zum Bürgermeister gewählt worden. Der 52-Jährige hatte keinen Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung hier: 50,8 Prozent.

Am höchsten lag die Wahlbeteiligung mit 77,4 Prozent in der Gemeinde Hesseneck im Odenwaldkreis, am niedrigsten war sie mit 36,8 Prozent in Maintal im Main-Kinzig-Kreis. Hochburg der CDU ist Eppertshausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 67,6 Prozent, in Hesseneck glänzt die SPD mit 71,3 Prozent.