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Hendrik Wüst soll Wirtschaftsflügel der NRW-CDU stärken

Hendrik Wüst soll Wirtschaftsflügel der NRW-CDU stärken

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Bezirkstag der KAB Borken in Isselburg Hendrik Wuest MdL Foto: Dirk Schuster / WAZ FotoPool
Der Wirtschaftsflügel der CDU NRW will sich in Zukunft dem neuen Mittelstand aus der digitalen Welt öffnen. Das ist eines der Kernziele, das der neue Vorsitzende, Landtagsabgeordneter Hendrik Wüst, seiner Partei gesetzt hat. Außerdem will er in der Landespolitik mehr mitmischen – in der Vergangenheit hat sich der Jurist innerparteilich allerdings nicht nur Freunde gemacht.

Düsseldorf. 

Der Wirtschaftsflügel der NRW-CDU will sich künftig für den „neuen Mittelstand“ aus der digitalen Welt öffnen und stärker in die Landespolitik eingreifen. Diese beiden Kernziele formulierte am Dienstag Hendrik Wüst, den die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) am kommenden Wochenende zu ihrem neuen Vorsitzenden küren will. Der 37-jährige Landtagsabgeordnete aus dem Münsterland folgt auf den früheren Staatssekretär Hartmut Schauerte, der das Amt nach 20 Jahren abgibt.

Für Wüst ist es eine Rückkehr in die erste Reihe der Landespolitik. Vor dreieinhalb Jahren musste er als damaliger CDU-Generalsekretär die Verantwortung für die „Sponsoring-Affäre“ rund um Ex-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übernehmen und zurücktreten.

Früher „Abteilung Attacke“

Der als konservativ geltende Jurist hatte sich zudem als wortflinke „Abteilung Attacke“ des Regierungschefs innerparteilich nicht nur Freunde gemacht. Die Erfahrung des Rücktritts scheint bis heute nachzuwirken. Obwohl Wüst zu den klügsten politischen Köpfen der CDU-Landtagsfraktion gehört, strebt er nicht mehr nach Spitzenämtern: „Die Aufgabe bei der MIT ist für mich kein Comeback“, versichert er. Wüst arbeitet neben seinem Landtagsmandat als Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes NRW und will das Doppel aus Politik und Arbeitsleben auch künftig fortführen.

Wüst wird dennoch zugetraut, als strategisch versierter Flügelmann das blasse Wirtschaftsprofil des Landesverbandes kräftiger zum Vorschein zu bringen. So will er sich in Landesthemen einmischen und die vielen Mandatsträger der MIT besser vernetzen. „Wir wollen Antreiber sein und nicht über Politik reden, sondern Politik machen“, so Wüst.

Linnemann als Partner im Bund

Zusammenarbeiten will NRW dabei mit dem Paderborner Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann (36), der im Oktober Josef Schlarmann als Bundeschef des CDU-Wirtschaftsflügels ablösen könnte. Linnemann ist Volkswirt und erklärter Kritiker der Euro-Rettungspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Griechenland sei ein Fass ohne Boden, er werde gegen ein weiteres Hilfspaket stimmen, kündigte Linnemann gestern an. Bevor er jedoch MIT-Bundeschef wird, muss er einen namhaften Konkurrenten ausschalten: Oswald Metzger aus Baden-Württemberg, der frühere Grünen-Politiker und Finanzexperte hat ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen.