Nach Kritik an Dieter Bohlen: SPD-Politikerin Sawsan Chebli legt nach

Dieter Bohlen musste Kritik von SPD-Politikern Sawsan Chebli einstecken. (Archivbild)
Dieter Bohlen musste Kritik von SPD-Politikern Sawsan Chebli einstecken. (Archivbild)
Foto: dpa

Berlin. Sawsan Chebli (40) ging zuletzt mit Dieter Bohlen (65) hart ins Gericht.

„Traurig“ und „fatal“ bezeichnete die SPD-Politikerin das Verhalten von Dieter Bohlen. Eine Woche später legt Sawsan Chebli nach.

Sawsan Chebli kritisiert Dieter Bohlen für Herkunfts-Frage

Was war passiert? Die 40-Jährige hatte einen Clip aus der RTL-Show „Das Supertalent“ bei Twitter gepostet.

Zu sehen ist Dieter Bohlen, der das fünfjährige Mädchen Melissa nach ihrem Auftritt zu ihrer Herkunft befragt. Die sagte, dass sie aus Herne käme. Auf die Frage, wo denn ihre Eltern herkämen, antwortete das Mädchen: „Herne“.

Dieter Bohlen ließ nicht locker und fragte, aus welchem Land ihre Familie denn käme. Melissas Antwort: „Ich weiß es nicht.“

In ihrem Tweet bezeichnete Sawsan Chebli diese Szene als „riesiges Problem“. „Wie soll eine deutsche Identität entstehen, wenn einem das Deutschsein abgesprochen wird, weil man anders aussieht? Es ist nicht lustig. Es ist traurig und es hat fatale Auswirkungen“, schrieb die 40-Jährige und löste damit eine Debatte um Herkunft, Deutsch-Sein und Rassismus aus.

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Sawsan Chebli kritisiert „hart aber fair“

Am Montag nimmt Sawsan Chebli ein anderes TV-Format ins Visier. Die SPD-Politikerin reiht sich in die Debatte um den Titel der Talkrunde „hart aber fair“ ein, die am Montagabend in der ARD ausgestrahlt wird.

Der lautet: „Heimat Deutschland - nur für Deutsche oder offen für alle?“ Hier liest du alles zur Diskussion um den „hart-aber-fair“-Titel >>>

„Ich verstehe, dass Titel Interesse generieren sollen und deshalb pointiert sind. Aber bei Heimat steht zu viel auf dem Spiel. Es geht um den Zusammenhalt in unserem Land. Sind zu viele Spinner da draußen, die meinen, dass Deutschland nur ihnen gehört“, kritisiert Sawsan Chebli.

Das ist Sawsan Chebli:

  • Geboren 1978 in West-Berlin
  • Ihre Eltern leben seit 1970 in Deutschland und stammen aus Palästina. Chebli selbst hat sei 1993 die deutsche Staatsangehörigkeit
  • Sie hat insgesamt zwölf Geschwister, lernte deutsch erst an der Schule und machte 1999 trotzdem ihr Abitur und 2004 auch ihr Diplom in Politikwissenschaften
  • 2001 wurde Chebli Mitglied der SPD
  • 2014 wurde sie unter Frank-Walter Steinmeier stellvertretende Sprecherin im Auswärtigen Amt
  • Seit 2016 arbeitet sie als Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei

SPD-Politikerin mit emotionalem Tweet

Für ihren Kampf gegen Rassismus erntet die SPD-Politikerin viel Zuspruch. Häufig wird die in West-Berlin geborene Muslima allerdings auch selbst zur Zielscheibe fremdenfeindlicher Äußerungen.

Darauf reagierte Sawsan Chebli am Montag mit einem emotionalen Tweet:

„Ich bin Tochter palästinensischer Flüchtlinge. Bin Deutsche mit palästinensischen Wurzeln. Bin, wer ich bin, auch weil ich diese Wurzeln habe. Wenn ich trotz hartnäckigen Insistierens bei „ich bin Deutsche“ bleibe, dann respektiert es bitte!“

 
 

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