Breite Front gegen rot-grüne Windkraft-Pläne in NRW

Windräder sind dort, wo sie stehen oder stehen sollen, durchaus umstritten.
Windräder sind dort, wo sie stehen oder stehen sollen, durchaus umstritten.
Foto: dpa
Die Opposition im NRW-Landtag läuft Sturm gegen die Windkraft-Pläne von Landes-Umweltminister Remmel. Auch im Sauer- und Siegerland regt sich Widerstand, weil das Land dort 18.000 Hektar Land für zusätzliche Windkrafträder ausweisen will. Kritiker sehen Anwohner und Naturschutz gefährdet.

Düsseldorf.. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) trifft mit seinen Ausbauplänen für die Windkraft auf Gegenwind. Die Kritik von Opposition und Verbänden: zu ehrgeizige Ziele, zu geringe Mindestabstände zur Wohnbebauung, Gefährdung von Brutplätzen für Vögel.

In NRW sollen nach den Plänen der rot-grünen Landesregierung bis 2020 rund 15 Prozent des Stroms aus Windkraft (heute: drei Prozent) kommen. Dafür sollen Windräder auch in Waldgebieten erlaubt werden. Im Kabinettsentwurf zum neuen Landesentwicklungsplan (LEP) schreibt NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) verbindlich vor, dass pauschal mindestens 54.000 Hektar der Landesfläche als Vorranggebiete ausgewiesen werden. Auf einer Tagung des Netzwerks Windkraft NRW stellte Remmel gerade erst klar, dass er den „Ausbau der Windenergie weiter vorantreiben“ werde. Bisher drehen sich in NRW 3000 Windkraftanlagen.

„Über Köpfe der Menschen hinweg“

In einem FDP-Antrag kritisierte der Abgeordnete Dietmar Brockes die „übertriebene Windkraftausweisung über die Köpfe der Menschen hinweg“. Obwohl Ökostrom in Nachbarländern günstiger erzeugt werde, setze Remmel aus ideologischen Gründen auf den „kleinstaaterischen Ausbau der Windenergie“ sogar im sensiblen Ökosystem Wald, sagte Brockes dieser Zeitung.

„Teure Subventionen mit der Gießkanne“ und die baurechtliche Privilegierung der Windräder lehnte die FDP als nicht mehr zeitgemäß ab. Da die 200 Meter hohen Windräder oft auf ­wenige Hundert Meter an die Bebauung herangerückt sind, litten Anwohner unter Lärm, optischer Bedrängung und sinkenden Grundstückspreisen. Die FDP forderte einen Mindestabstand der zehnfachen Höhe des Windrades zur Bebauung.

400 schriftliche Einwände

Auch der CDU-Bezirk Südwestfalen lehnte die Vorgabe der Landesregierung ab, 18.000 Hektar im Sauer- und Siegerland zwingend als Flächen für Windräder auszuweisen. Das trage nicht zur Akzeptanz der Windenergie bei, klagte unlängst Unions-Bezirkschef Klaus Kaiser. Landesweit liegen bereits fast 400 Stellungnahmen zum rot-grünen LEP-Entwurf vor: Die meisten wenden sich gegen die verpflichtende Ausweisung von Vorranggebieten für Windräder.

Der Naturschutzverband NABU verlangte, dass Windräder nicht ­näher als 1200 Meter an Vogelschutzgebieten gebaut werden dürfen. „Das Problem ist, dass im Moment das Geld regiert“, sagte NABU-Landeschef Josef Tumbrinck. Damit aber blieben Störche, Eulen und Fledermäuse auf der Strecke.

Umweltminister Remmel verlangt von den Städten und Gemeinden in NRW aber trotz aller Widerstände weiter eine „offensive Windkraftplanung“.

 
 

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