Bochumer Forscherin steigt frustriert aus Islamkonferenz aus

Rusen Tayfur
Die Islamwissenschaftlerin Armina Omerika  von der Ruhruni in Bochum stieg aus der Islamkonferenz aus.  Foto: Arne Poll
Die Islamwissenschaftlerin Armina Omerika von der Ruhruni in Bochum stieg aus der Islamkonferenz aus. Foto: Arne Poll
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Die Bochumer Islamwissenschaftlerin Armina Omerika ist aus der Islamkonferenz ausgestiegen. Sie hatte eine Entschuldigung für den Satz verlangt: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Die aber war ausgeblieben. Zunächst arbeitete sie weiter. Doch jetzt reichte es ihr.

Essen. Innenminister Friedrich und die Bochumer Islamwissenschaftlerin Armina Omerika – das musste Ärger geben. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Deutsch-Bosnierin offen gegen den Ausspruch Friedrichs gewandt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verlangte eine Entschuldigung, die bekanntermaßen nicht kam, entschied sich aber dann doch, weiter mitzuarbeiten am Projekt Islamkonferenz. Jetzt reichte es der Wissenschaftlerin jedoch, öffentlichkeitswirksam warf sie hin.

Muslim-Studie Auslöser

Das Fass zum Überlaufen brachte die umstrittene Muslim-Studie des Innenministeriums, die vor wenigen Wochen vorgestellt wurde. „Friedrich hat die Ergebnisse verzerrt dargestellt und damit wieder einmal einen populistischen Diskurs bedient, der die muslimische Bevölkerung ausgrenzt“, sagte Omerika in einem Interview mit der „taz“. „Unter Innenminister Friedrich erwarte ich keine Fortschritte mehr.“ Durch seine „notorischen Ausfälle“ habe er gezeigt, wie wenig er sich mit dem Thema auseinandersetze.

Außerdem sagte die Wissenschaftlerin, dass die Konferenz ursprünglich eine gute Idee gewesen sei. Inzwischen komme ihr das Gremium aber „immer sinnloser“ vor. Dies alles wird vermutlich in dem Brief stehen, den sie dem Innenminister nun zum Abschied schreiben will.