Bewegende ZDF-Doku zur Loveparade

Die Gegner von OB Adolf Sauerland spüren Rückenwind durch das ZDF-Doku-Drama „An einem Tag in Duisburg – Todesfalle Loveparade“.
Die Gegner von OB Adolf Sauerland spüren Rückenwind durch das ZDF-Doku-Drama „An einem Tag in Duisburg – Todesfalle Loveparade“.
Das ZDF-Doku-Drama „An einem Tag in Duisburg – Todesfalle Loveparade“ heizt die Debatte um die Verantwortung für die Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten erneut an. Die Gegner von OB Adolf Sauerland spüren Rückenwind durch den Film.

Duisburg.. Das gestern Abend ausgestrahlte ZDF-Doku-Drama „An einem Tag in Duisburg – Todesfalle Loveparade“ hat die Debatte um die Verantwortung für die Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten erneut angeheizt. „Ich glaube, dass nichts geeigneter ist als der nahende Jahrestag und diese filmische Aufbereitung, um den Menschen zu zeigen, wie schlimm das war, was in unserer Stadt geschehen ist“, sagte Jürgen C. Brandt, SPD-Fraktionsvize im Duisburger Rat.

Unheimlich intensive Szenen von der Loveparade

Brandt zeigte sich erschüttert von den Augenzeugenberichten aus dem Tunnel bei der Loveparade: „Das waren unheimlich intensive Szenen. Ich bewundere, dass die Menschen ihre Erlebnisse noch einmal vor der Kamera geschildert haben.“

Bei der Darstellung der Beteiligten war ihm der Film allerdings etwas zu grobgeschnitzt: „Die Leute vom Veranstalter Lopavent wurden alle nur als intrigant dargestellt, die aus der Stadt alle nur als unfähig, die Polizisten alle als überfordert.“ Freilich findet er auch: Wenn der Film bei der Darstellung dieser Personen „auch nur in die Nähe der Wahrheit kommt, dann kann man sich für diese Stadtverwaltung nur schämen“.

Panikforscher Michael Schreckenberg wollte sich zu der Art der Darstellung im Film nicht äußern. Er könne dazu nichts sagen, er sei „nicht beteiligt“ gewesen. Schreckenberg hatte im Vorfeld der Loveparade das Sicherheitskonzept geprüft.

Der Zorn auf Adolf Sauerland „verraucht nicht“

Werner Hüsken, einer der Initiatoren, die per Bürgerbegehren die Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland erzwingen wollen, glaubt, dass das Doku-Drama neue Unterschriften für die Abwahl des Oberbürgermeisters bringen wird. „Der Zorn der Duisburger verraucht nicht“, sagte er gestern Abend der NRZ.

Die Duisburger Christdemokraten waren am Abend für Stellungnahmen nicht erreichbar. Parteichef Thomas Mahlberg etwa stellte nach dem zweiten Anrufversuch der NRZ sein Handy aus. Thomas Susen, CDU-Fraktionsvize im Rat, legte ohne ein Wort zu sagen auf.

Nach Ansicht von Loveparade-Erfinder Dr. Motte gehören Veranstalter Rainer Schaller und Oberbürgermeister Adolf Sauerland ins Gefängnis: „Alle in U-Haft nehmen. Einsperren. Sauerland. Schaller“, sagte der DJ dem „Musikexpress Online“. Dass auch gegen vier Mitarbeiter der Veranstalterfirma Lopavent ermittelt wird, bezeichnete Dr. Motte als „Bauernopfer“.

Entschuldigung von Sauerland im Stadtrat

Sauerland hatte am Montag im Duisburger Stadtrat erstmals offiziell seine Verantwortung für die Katastrophe eingeräumt. „Als Oberbürgermeister dieser Stadt trage ich moralische Verantwortung für dieses Ereignis“, sagte der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister.

 
 

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